Gutenzell-Hürbel: Klosterkultur und Wege entdecken
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Schlossräume mit seltenen Tapeten, eine Mühle mit eigener Turbine und ein Rundweg durch Wiesen und Wälder geben Gutenzell-Hürbel unterschiedliche Akzente. Auch kirchliche Kunst und ein jährlich stattfindender Reiterumzug gehören zu den örtlichen Themen. So können Sie Ihre Reise danach ausrichten, ob Sie sich für Architektur, Tradition oder Zeit draußen interessieren.
Gutenzell-Hürbel - Gutenzell - Reichsabtei v O, Rottal 300423
Foto: Flodur63 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Schloss Hürbel und Herrschaftsmühle
Schloss Hürbel erhielt 1723 eine barocke Erweiterung mit kunstvollen Stuckdecken, Parkett und einer Balustertreppe aus Schwarzeiche. Die weitgehend original erhaltene historische Innenausstattung umfasst Stuckdecken von 1727, alte Türen und Böden sowie seltene Tapeten von 1785, die 2016 restauriert wurden. Für einen Besuch der Schlossinnenräume ist eine Erlaubnis oder eine vereinbarte Führung erforderlich.
Ein anderes architektonisches Detail bietet die Herrschaftsmühle in Gutenzell: Ihre 500 Quadratmeter große Dachfläche ist mit handgefertigten Biberschwanzziegeln gedeckt. Anstelle des früheren Wasserrads betreibt heute eine kleine Turbine ein eigenes Elektrizitätswerk. Da der Betrieb für einen Besuch relevant sein kann, prüfen Sie den aktuellen Stand vorab.
Kirchenkunst und gelebte Tradition
In der ehemaligen Klosterkirche in Gutenzell zeigen Decken- und Wandmalereien von Johann Georg Dieffenbrunner zentrale biblische Szenen. Dazu gehören das „Letzte Abendmahl“, der „Mannaregen“ und die „Hochzeit zu Kana“ sowie ein Apostelzyklus. Im Chor befinden sich kunstvoll bekleidete Reliquienheiligtümer der Heiligen Christina und Justina.
Ein saisonaler Besuchsanlass ist die Barockkrippe in der Pfarrkirche Gutenzell. Die rund 100 Figuren werden im Seitenschiff präsentiert; besichtigt werden kann die Krippe vom vierten Advent bis zum 2. Februar, Mariä Lichtmess, täglich von 9 bis 17 Uhr. Da Zeitraum und Besichtigungszeiten den Besuch bestimmen, prüfen Sie sie vorab.
Der Wendelinusritt findet jedes Jahr am dritten Sonntag im September in Gutenzell statt. Er bildet im Jahreslauf den Abschluss der großen Reiterprozessionen in Oberschwaben. Mit dem 12-Uhr-Läuten an der Pfarrkirche beginnt der Umzug, der durch das Dorf, über die Gutenzeller Wälder und Fluren ins nahe Niedernzell führt. An der Wendelinus-Kapelle wird eine Wallfahrtsmesse gefeiert. Wenn Sie Ihre Reise auf den Ritt abstimmen möchten, prüfen Sie den Termin für das jeweilige Jahr vorab.
Zu Fuß auf der Gehren-Schleife
Die Gehren-Schleife beginnt am Parkplatz „Laubacher Weg“ in Gutenzell und kehrt zu diesem Ausgangspunkt zurück. Dazwischen führt sie am Sportgelände entlang durch Wiesen und Felder sowie durch die Waldgebiete „Laubacher Esch“ und „Gehren“. Dort lassen sich unterschiedliche Pflanzen entdecken. Der Rundweg verbindet damit offene Landschaft und benannte Waldgebiete, ohne dass Sie für die Orientierung zwischen Start- und Zielort wechseln müssen.
Weitere Kultur im übergeordneten Reiseziel Biberach
Wenn Sie auch das übergeordnete Reiseziel Biberach in den Blick nehmen, bietet das Oberschwäbische Museumsdorf Kürnbach Einblicke in sechs Jahrhunderte Geschichte. Mehr als 30 historische Gebäude veranschaulichen den Alltag vergangener Zeiten. Eine weitere kulturelle Perspektive eröffnet die Wallfahrtskirche Steinhausen: Dominikus Zimmermann und sein Bruder Johann Baptist Zimmermann erbauten sie von 1728 bis 1731. Diese Ziele gehören zum übergeordneten Reiseziel Biberach; sie sind keine Merkmale von Gutenzell-Hürbel.
Weitere Reiseziele entdecken: Ummendorf, Ochsenhausen, Betzenweiler, Oggelshausen, Ertingen, Warthausen, Uttenweiler, Laupheim.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Biberach.