Tiefenbronn: Kirchenkunst und Radwege entdecken
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Gotische Kirchenkunst und Routen für Spaziergänge und Radtouren geben Tiefenbronn ein klares Profil. Wer den Ort für eine Reise auswählt, kann den Aufenthalt auf kunsthistorische Entdeckungen ausrichten oder draußen unterwegs sein. Auch die Kombination aus beidem ist möglich: Die Altäre von St. Maria Magdalena setzen einen kulturellen Schwerpunkt, während Wege wie der Rundwanderweg R 2000 und der Kapellenweg unterschiedliche Arten der Bewegung ansprechen.
Gotische Kunst in St. Maria Magdalena
Die Kirche St. Maria Magdalena ist eine Schenkungskirche, die erstmals in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt wurde. Ihr gotischer Chor stammt aus der Zeit um 1350. Ein hohes Kreuzrippengewölbe prägt den Raum; die wertvollen Glasfenster wurden 1370 in Straßburg hergestellt und 1976 von Emil Wachter ergänzt. Damit treffen in der Kirche mittelalterliche Architektur und spätere künstlerische Arbeit aufeinander.
Fünf spätgotische Flügelaltäre gehören zur Ausstattung. Dazu zählt der Hauptaltar von Hans Schüchlin aus dem Jahr 1469, einer der bedeutendsten Flügelaltäre Südwestdeutschlands. Das große Retabel ist als Marien- und Passionsaltar gestaltet und umfasst beidseitig bemalte Flügel, eine Predella und ein Gesprenge. Der Magdalenenaltar von Lucas Moser entstand 1431/32 und ist den Themen Reue, Buße und Umkehr gewidmet. Eine weitere Besonderheit des Kirchenschatzes ist die gotische Turmmonstranz des Augsburger Künstlers Jörg Seld aus dem Jahr 1500.
Wenn Sie die Kirche im Rahmen einer Führung kennenlernen möchten, vereinbaren Sie den Besuch vorher über das Pfarrbüro oder bei Annemarie Gindele unter 07234 4211. Für die Reiseplanung ist diese Absprache besonders relevant, wenn Sie die Führung fest in Ihr Programm aufnehmen wollen.
Ortsgeschichte und Wege zu Fuß
Der historische Ortsrundgang in Tiefenbronn vermittelt Hintergründe zum Schloss der Gemmingen und zu weiteren Gebäuden. Historische Bilder auf Gebäudetafeln geben Einblicke in die frühere Zeit. So lässt sich der Rundgang mit Interesse an der Baugeschichte verbinden, ohne dass die Kirchenkunst der einzige Zugang zur Ortsgeschichte bleibt.
Wer lieber eine kürzere Runde zu Fuß plant, findet mit dem „Weg der Sinne“ einen relativ kurzen Spazierweg vom Sportplatz zum Friedhof in Tiefenbronn. Hede Leicht gestaltete ihn 2017. Texte am Wegesrand sowie Bäume, Sträucher und Blumen laden dazu ein, die Umgebung bewusst mit allen Sinnen wahrzunehmen. Der Rundwanderweg R 2000 bietet eine andere Form der Orientierung: Er führt einmal um den Ortsteil Tiefenbronn.
Radtouren mit unterschiedlichen Ansprüchen
Beim Radfahren unterscheiden sich die beschriebenen Touren nach Schwierigkeit, Verlauf und Zielgruppe. Der mittelschwere Kapellenweg ist für ATB- und MTB-Räder geeignet und von Tiefenbronn über Neuhausen bis Hohenwart ausgeschildert. Einige Kapellen liegen etwas abseits des Weges. Das ist eine nützliche Orientierung, wenn Sie die Route vor allem wegen ihrer Kapellen wählen: Nicht jede liegt direkt am ausgeschilderten Verlauf.
Als längere, ebenfalls mittelschwere Tour führt die Runde Würm/Monbachtal durch den Hagenschieß, entlang der Würm und Nagold sowie durch das Monbachtal. Sie verläuft über Neuhausen und führt zurück nach Tiefenbronn. Die Tour ist für geübte Familien mit Fahrraderfahrung geeignet. Im Vergleich dazu ist die Höfetour rund um Tiefenbronn als leichte, kurze Radtour für die ganze Familie beschrieben; unterwegs können Bauernhöfe erlebt werden. Diese Tour führt im näheren Umfeld des Reiseziels, nicht als Ortsrunde durch Tiefenbronn. Bei der Wahl können Sie daher sowohl die gewünschte Schwierigkeit als auch die Frage berücksichtigen, ob Sie eine längere Tour oder eine kurze Fahrt im Umfeld suchen.
Möchten Sie St. Maria Magdalena erleben oder Ihre Tage rund um Spaziergänge und Radtouren planen? Mit den unterschiedlichen Zielen können Sie Ihre Tage nach eigenen Interessen planen. Prüfen Sie vor der Abfahrt auch die aktuelle Beschilderung und Routenführung, denn sie kann sich ändern.
Übergeordneter Rahmen: der Enzkreis
Zur regionalen Einordnung: Der Enzkreis liegt in der Region Nordschwarzwald im Herzen Baden-Württembergs, zwischen den Ballungsräumen Stuttgart und Karlsruhe, und umschließt die kreisfreie Stadt Pforzheim. Die Landschaften des Enzkreises sind vielfältig. Im Nordwesten des Enzkreises prägen Äcker, Wiesen und Weinberge den zum Kraichgau gehörenden Landschaftsraum. Der Stromberg verbindet bewaldete Höhen und sanfte Täler mit sonnigen Weinlagen. Im Heckengäu bestimmen Wacholderheiden, Schlehen sowie Rot- und Weißdornhecken das Bild; im Südwesten öffnet sich der Nordschwarzwald mit Tannenwäldern, Waldwiesen, Hochebenen und engen Tälern.
Auch Kultur- und Aktivitätsziele im Enzkreis erweitern den regionalen Blick. Schloss Neuenbürg beherbergt ein Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums; der Rundgang beginnt im Nordflügel mit einer begehbaren Theaterinszenierung von Wilhelm Hauffs Märchen „Das kalte Herz“. Für Wandernde gibt es außerdem den künstlerisch-historischen Eppinger-Linien-Weg mit Installationen zwischen Eppingen und Mühlacker. Schloss Neuenbürg und der Eppinger-Linien-Weg ergänzen die Kultur- und Wanderideen im Enzkreis.
Weitere Reiseziele entdecken: Lehningen, Illingen, Neuenbürg, Ölbronn-Dürrn, Mühlacker, Straubenhardt, Sternenfels, Engelsbrand.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Enzkreis.