Sindringen zwischen Kocher, Limes und Töpferkunst

File:2015-10-02 Sindringen Limesstelen.jpg File:2015-10-02 Sindringen Limesstelen.jpg Foto: Wolfgang Ellsässer via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Sindringen verbindet die Tallage am Kocher mit einer ungewöhnlich dichten Geschichte und vielseitigen Möglichkeiten für eine Reise zwischen Kultur, Bewegung und Landschaft. Zur Ortskulisse gehören ein Wehr, die Stadtmühle und eine vollständig erhaltene Stadtmauer. Zahlreiche Wanderwege in der Umgebung bieten Ausblicke auf Wald, Flur und das Kochertal. So lässt sich der Ort sowohl über seine historischen Spuren als auch über seine Wege und den Fluss kennenlernen.

Römische Spuren und mittelalterliche Geschichte

Ein markanter Ausgangspunkt für die Ortsgeschichte ist die Heilig-Kreuz-Kirche. Sie wurde um 1100 auf den Grundmauern eines römischen Kleinkastells errichtet und ist das älteste Gebäude in Sindringen. Bei der Innenrenovierung von 1963/64 wurden in der Kirche Fresken aus dem 14. Jahrhundert freigelegt.

Das römische Kleinkastell lag in der heutigen Ortslage von Sindringen. Es diente der Überwachung des Kochers und der ihn überquerenden römischen Reichsgrenze. Oberhalb der Einmündung von Salltalstraße und Kochertalstraße sind Fundamente eines römischen Wachturms zu sehen. Auch der Obergermanisch-Raetische Limes verlief an Sindringen vorbei und führt über Öhringen ins Jagsttal. Wer sich für historische Grenzräume und archäologische Spuren interessiert, findet hier mehrere konkrete Anknüpfungspunkte innerhalb des Ortes.

Schloss und Stadtmühle

Das Sindringer Schloss wurde erstmals 1328 in einer Urkunde erwähnt. Es war wahrscheinlich der Sitz der Herren von Sindringen und war einst eine Burg. Einen anderen Blick auf die örtliche Vergangenheit eröffnet die Stadtmühle: Dort sind die „gute Stube“ und teilweise auch die Küche der letzten Müllerfamilie Kuhn im Original erhalten. Schloss und Mühle stehen damit für unterschiedliche Seiten der Sindringer Geschichte – für Herrschaft und Befestigung ebenso wie für das Leben einer Müllerfamilie.

Radwege, Kocher und Wanderlandschaft

Für aktive Tage liegt Sindringen am 332 Kilometer langen Kocher-Jagst-Radweg und außerdem am Limes-Radweg. Die beiden Routen verbinden den Aufenthalt am Ort mit unterschiedlichen thematischen Reiseideen: Der Kocher-Jagst-Radweg folgt einem regionalen Fluss- und Landschaftsbezug, während der Limes-Radweg die römische Vergangenheit als Orientierung aufgreift. Der Kocher bei Sindringen ist zumindest für Kanus schiffbar.

Töpferkunst als besonderes Erlebnis

Eine eigene kulturelle Note setzt der mehr als 2 Kilometer lange Töpferpfad. Er umfasst 15 Stationen zur Töpferkunst und verbindet Bewegung mit einem handwerklichen Thema. Mit seiner Länge lässt sich der Töpferpfad als eigener Programmpunkt einplanen. Beim Sindringer Töpfermarkt erwartet die Besucher ein vielfältiges Angebot handwerklicher Töpferkunst mit bis zu 70 Töpfern. Im ehemaligen Rathaus ist beim Sindringer Töpfermarkt eine Töpferausstellung mit wechselnden Themen zu sehen.

Für die Wahl einer Unterkunft in Sindringen können Sie damit unterschiedliche Schwerpunkte gegeneinander abwägen: historische Bauwerke und römische Spuren, Rad- und Wanderwege, den Kocher oder handwerkliche Kultur.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Forchtenberg.

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