Lausheim entdecken: Kirche, Wege und historische Spuren
Lausheim verbindet Sakralgeschichte, archäologische Spuren und Wege mit historischem Bahnbezug. Zu den konkreten Zeugnissen zählen die St.-Nikolaus-Kirche, frühbronzezeitliche Funde, der Bahnhaltepunkt Lausheim-Blumegg, die Museumsmühle bei Stühlingen-Blumegg und der Bärensonntag.
St.-Nikolaus-Kirche: Renaissance und Vorgängerbauten
Die St.-Nikolaus-Kirche in Lausheim ist eine ehemalige Wallfahrtskirche im Renaissance-Stil. Ihre Kirchenausmalungen stammen aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg. Erbaut wurde das Gotteshaus 1616 unter Abt Martin I. Meister. Besonders bemerkenswert ist die ungewöhnlich umfangreich erhaltene gemalte Ausschmückung aus der späten Renaissance; Beispiele dieser Art sind sehr selten. Für Kulturinteressierte verbindet sich an diesem Bauwerk die erhaltene Renaissanceausmalung mit einer älteren, im Chorraum nachgewiesenen Bauabfolge.
Bei Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1968 und 1969 wurden in einem auf den Chorraum beschränkten Grabungsbereich mindestens drei Vorgängerkirchen nachgewiesen. Der Turm bestand zu diesem Zeitpunkt bereits. Die Befunde erweitern die Renaissancegeschichte um eine nachgewiesene ältere Bauabfolge.
Archäologische Spuren in Lausheim
Im Gewann Schiedhag in Lausheim weisen frühbronzezeitliche Gräberfunde auf die Zeit zwischen 2000 und 1500 v. Chr. hin. Zu den Funden gehören eine Armspirale, ein kleiner Dolch und ein Kupferband.
Im Gewann Fohrenschachen weisen Luftbildaufnahmen auf Mauerreste und Schuttkegel eines Wohnhauses, eines Bades und von Wirtschaftsgebäuden hin. Dort befand sich ein Gutshof, eine villa rustica. Die archäologischen Hinweise reichen damit von einzelnen Bauteilen bis zur Anlage eines früheren Hofes.
Wandern und historische Bahnstrecken
Der Bahnhaltepunkt Lausheim-Blumegg entstand 1899 für den Abtransport von Holz aus dem Schwarzwald. Der Sauschwänzle-Weg ist von dort 10,5 km lang. Diese feste Distanz kann in die persönliche Streckenplanung einbezogen werden. Vom Bahnhaltepunkt können Wandernde mit einem historischen Zug der Sauschwänzlebahn zum Bahnhof Blumberg-Zollhaus zurückfahren. Bei einer Verbindung von Weg und Bahn gehören die 10,5 km des Sauschwänzle-Wegs und der nicht tägliche Zugverkehr in dieselbe Tagesplanung. Die Bahn fährt nicht täglich, daher muss die mögliche Rückfahrt zeitlich zur Wanderung passen.
Der Bahnhaltepunkt gehört außerdem zum Verlauf der ersten Etappe des Schluchtensteigs. Diese führt von Stühlingen über den Weizen-Bahnhof und Lausheim-Blumegg durch die Wutachflühen und über den Buchberg bis nach Blumberg. Im beschriebenen Verlauf liegt Lausheim-Blumegg zwischen dem Ausgangspunkt Stühlingen und dem Zielpunkt Blumberg.
Museumsmühle und Bärensonntag
Im Weiler bei Stühlingen-Blumegg befindet sich die Museumsmühle, eine der ältesten und in großen Teilen noch vollständig erhaltenen Mühlen Deutschlands. Sie verfügt über drei Mühlräder sowie fünf Mahl- und Stampfwerke. Seit Mai 2000 ist die Mühle der Öffentlichkeit zugänglich und bietet fachkundige Demonstrationen und Führungen. Für Technikinteressierte bietet die Museumsmühle mit drei Mühlrädern sowie fünf Mahl- und Stampfwerken konkrete technische Details; fachkundige Demonstrationen und Führungen ergänzen das Angebot.
Zum kulturellen Bild von Lausheim gehört außerdem der Bärensonntag. Dabei handelt es sich um einen uralten Brauch zum Austreiben des Winters. Der saisonale Brauch steht damit neben den baulichen, archäologischen und technischen Zeugnissen der Umgebung. Der Brauch setzt dabei einen jahreszeitlichen Akzent, während Kirche, Fundstellen, Bahnhaltepunkt und Mühle an konkrete Orte gebunden sind.
Die erste Etappe des Schluchtensteigs beginnt in Stühlingen.
Preise, Verfügbarkeit und Ausstattung für Ihren Reisetermin direkt bei Booking.com prüfen.
Unterkünfte und Angebote ansehenAnzeige · Partnerlink zu Booking.com