Oberoberndorf: Kapelle, Denkmäler und Wege am Aspach
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Oberoberndorf verbindet anschauliche Baugeschichte mit einer Landschaft, die vom Aspach geprägt wird. Der Bach entspringt hier, durchquert den Ort, führt an Kirchschletten vorbei nach Zapfendorf und mündet schließlich in den Main. Damit treffen im Ort historische Bauformen, örtliche Überlieferungen und ein konkreter Landschaftsverlauf aufeinander.
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Foto: Reinhold Möller Ermell via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Kapelle und denkmalgeschützte Bauwerke
Die denkmalgeschützte Kapelle Unsere Liebe Frau von Lourdes in Oberoberndorf wurde ab 1885 errichtet und ist der Himmlischen Königin Maria geweiht. Als Saalbau besitzt sie ein Satteldach, einen sandsteinsichtigen Giebelreiter und einen eingezogenen Chor mit 5/8-Schluss. Ihre Architektur bietet einen besonders klaren Zugang zur Ortsgeschichte.
Auch der denkmalgeschützte Lorenzbrunnen gehört zu den markanten historischen Bauwerken. Seine Brunnenstube besteht aus Sandsteinquadern aus dem frühen 19. Jahrhundert. Beim Haus Oberoberndorf 7 steht außerdem ein denkmalgeschützter Bildstock aus einem Sandsteinpfeiler mit Nischenaufsatz und halbrunder Bedachung aus der Zeit um 1900.
Das denkmalgeschützte Wohnstallhaus Oberoberndorf 12 ist ein zweigeschossiger Satteldachbau mit massivem, verputztem Erdgeschoss und Fachwerkobergeschoss aus dem frühen 19. Jahrhundert. Das ehemalige Brauhaus Oberoberndorf 20 ergänzt dieses Bild mit einem zweigeschossigen Fachwerkbau mit Schopfwalm aus dem 18. Jahrhundert. Der rückwärtige Anbau mit Ziegelschornstein stammt aus dem 19. Jahrhundert.
Aspach, Apfelbäume und weitere Landschaftsmerkmale
Der Aspach gibt Oberoberndorf eine besondere landschaftliche Orientierung. Im weiteren Umfeld steht die weithin sichtbare Windischlettener Linde an der Gemarkungsgrenze zwischen Windischletten und Oberoberndorf. Sie wächst auf einer zur Stadt Scheßlitz gehörenden Grünlandfläche und gilt als kulturhistorisches Denkmal.
Eine prägende Apfelbaumreihe kennzeichnet den Verlauf des Weges von Oberoberndorf in Richtung Hofhölzer. Für Spaziergänge und eine ruhige Erkundung der Umgebung verbindet sich hier das örtliche Landschaftsbild mit einem konkreten Wegverlauf, ohne dass dafür ein umfangreiches Ausflugsprogramm nötig ist.
Kirchweih, Erzählungen und Apfelmarkt
Die Oberoberndorfer Kirchweih zu Ehren der Muttergottes von Lourdes ist mit dem Muttertag beziehungsweise dem zweiten Sonntag im Mai verbunden. Zur Kirchweih gehören der Hahnenschlag und ein Kletterbaum mit Süßigkeiten für Kinder. Eine eigene örtliche Überlieferung ist die Erzählung von den „Gruäßtunnern“: Sie berichtet, dass Bauern beim Durchmarschieren durch Schweißdorf und Kirchschletten Zigarren anzündeten und sie nach dem Verlassen der Orte aus Sparsamkeit an hölzernen Telefonmasten ausdrückten.
Mit dem Obst- und Gartenbauverein Oberoberndorf-Kirchschletten-Reuthlos ist ein Apfelmarkt am ersten Sonntag im Oktober verbunden. Zusammen mit der Apfelbaumreihe in Richtung Hofhölzer entsteht so ein Jahreslauf, in dem regionale Gartenbaukultur und die Landschaft des Ortes auf unterschiedliche Weise sichtbar werden.
Wanderziel Kirchschletten
Über einen lokalen Wanderweg durch Oberoberndorf ist das Kloster Maria Frieden, eine Pilgerherberge in Kirchschletten, erreichbar. Die angegebene Entfernung beträgt 5 km. Wer eine Reise mit kulturellen Eindrücken und kurzen Wanderetappen plant, kann diesen Weg als konkreten Baustein einbeziehen. Diese Verbindung aus denkmalgeschützter Ortsgeschichte, Aspach-Landschaft, örtlichen Festen und dem Weg nach Kirchschletten prägt den thematischen Charakter eines Aufenthalts in Oberoberndorf.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Zapfendorf.