Unterreitnau: Kirche, Wallfahrt und historische Wege

File:Unterreitnau Taubenberg-4584.jpg File:Unterreitnau Taubenberg-4584.jpg Foto: Dietrich Krieger via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Unterreitnau verbindet kirchliches Erbe mit konkreten Möglichkeiten für Wandern und Radfahren. Zu den prägenden Anknüpfungspunkten gehören die katholische Pfarrkirche St. Urban und St. Silvester, die geführte Wanderung „Panoramaausblicke“ und ein möglicher Abstecher der Degersee-Badhüttentour. Auch die Panorama-Radrunde am Lindauer Bodensee führt über Unterreitnau. Damit ist der Ort für Reisende interessant, die historische Stationen mit einer aktiven Tagesplanung verbinden möchten.

St. Urban und St. Silvester

Die katholische Pfarrkirche St. Silvester ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Ihr Turmunterbau stammt vermutlich aus dem 14. oder 15. Jahrhundert, während Chor und Westwand des Langhauses vom Ende des 15. Jahrhunderts stammen. Im Jahr 1690 wurde die Kirche erweitert und um die Josephskapelle ergänzt. Ihre Geschichte geht auf ein altes Prämonstratenserkloster zurück; außerdem dürfte sie vor dem Jahr 1400 entstanden sein. Die unterschiedlichen Bauphasen machen die Kirche zu einem anschaulichen historischen Ziel für alle, die bei einem Aufenthalt in Unterreitnau nicht nur Landschaft, sondern auch gewachsene Sakralarchitektur kennenlernen möchten.

Besonders eng mit der religiösen Geschichte verbunden ist das Gnadenbild im Seitenaltar. Es entstand vermutlich um 1420 und war Ziel zahlreicher Wallfahrten. Einen weiteren Erinnerungsort bildet der Pestfriedhof an der heutigen Straße von Unterreitnau nach Bechtersweiler. Er wurde während der Pestepidemien des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 angelegt, nachdem in Unterreitnau 341 Menschen ums Leben gekommen waren und nicht alle auf dem Friedhof an der Pfarrkirche beigesetzt werden konnten.

Kapelle und örtliche Tradition

Im Umfeld von Unterreitnau gehört die kleine Michaelskapelle auf dem Taubenberg seit 1831 kirchlich zu Unterreitnau. Die kirchliche Loslösung von Wasserburg genehmigte König Ludwig I. am 9. Juli 1831, nachdem Bruggach und Taubenberg dies im Jahr 1830 beantragt hatten. Einen wiederkehrenden kulturellen Akzent setzt das Jahreskonzert der Musikkapelle Unterreitnau: Es findet immer am Vorabend des 1. Advents statt.

Wandern und Radfahren

Die geführte Wanderung „Panoramaausblicke“ beginnt in Unterreitnau und besucht dort die ehemals bedeutende barocke Marienwallfahrtskirche. Anschließend führt sie entlang des sagenumwobenen Unterreitnauer Moors durch Bruggach auf den Taubenberg. Für eine Radtour bietet die Panorama-Radrunde am Lindauer Bodensee eine andere Perspektive: Sie verläuft über Hengnau und Rickatshofen nach Unterreitnau, von dort in Richtung Taubenberg und weiter nach Bodolz. Entlang der Strecke liegen Obstplantagen und Weinreben; in Unterreitnau kann man in einem Restaurant einkehren. Die Degersee-Badhüttentour bietet zusätzlich einen möglichen Abstecher zur Kirche in Unterreitnau.

Bei der Planung eines Aufenthalts mit Hotel in Unterreitnau können Sie daher zwischen kirchengeschichtlichen Eindrücken, einer geführten Wanderung und einer Radrunde durch von Obstplantagen und Weinreben geprägte Landschaft wählen.

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