Hechendorf zwischen Loisach, Murnauer Moos und St. Anna
Unterkünfte in Unterkünfte in Hechendorf
Im Murnauer Ortsteil Hechendorf zeigen sich mehrere unterschiedliche Seiten eines Reiseziels. Die Loisach fließt direkt vorbei.
Loisach und Flößerei
Die Loisach prägte einst auch die Arbeitswelt in Hechendorf. Dort entwickelte sich ein eigener Berufsstand der Flößer. Von April bis September fuhren die Hechendorfer Flößer regelmäßig zwischen Oberau und Schönmühl bei Wolfratshausen. Dieser Floßverkehr auf der Loisach wurde 1892 vollständig eingestellt. Auf dem Loisach-Radweg wird in Hechendorf, dem ehemaligen Flößerort, Wissenswertes zur Flößerei vermittelt. Die Flößerei verbindet die Loisach in Hechendorf mit einem klar umrissenen Kapitel regionaler Vergangenheit und Ortsgeschichte.
Mit dem Fahrrad durch das Murnauer Moos
Eine Radtour durch das Murnauer Moos führt über den Radweg entlang der Olympiastraße zunächst nach Hechendorf und von dort entlang der Loisach weiter. Die Tour führt durch das größte zusammenhängende Hochmoor Mitteleuropas. Die Abfolge von Olympiastraße, Hechendorf, Loisach und Moorlandschaft gibt der Strecke eine klare Orientierung für die Planung eines Fahrradtags. Landschaft und Ortsgeschichte liegen dabei nicht als getrennte Themen vor, sondern folgen in derselben Tour aufeinander. Die Strecke richtet den Blick nicht nur auf das Moor, sondern auch auf den Übergang vom Landschaftsraum zum Ort und zum Fluss.
St. Anna: Baugeschichte aus mehreren Epochen
Die katholische Filialkirche St. Anna ist ein barockisierter Saalbau mit eingezogenem Chor und nordseitigem Mansarddachturm. Ihr Kern stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts; in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie verlängert und verändert. St. Anna gilt als das wohl älteste Kirchengebäude der Pfarrei Murnau. Zugleich ist sie eine selten einheitliche frühbarocke Kirche. Im Kern sind teilweise romanisches und gotisches Mauerwerk erhalten. Für Kulturinteressierte verbindet der Bau deshalb eine barockisierte Form mit älterer Bausubstanz. Der historische Kern und die späteren Veränderungen bilden bei St. Anna keine getrennten Bauwerke, sondern verschiedene Phasen desselben Kirchengebäudes. An St. Anna treffen der mittelalterliche Kern, die Veränderung des 17. Jahrhunderts und das frühbarocke Erscheinungsbild aufeinander.
Molo-Park und Walter von Molo
Der Molo-Park ist eine mehr als vier Hektar große Gartenanlage in Hechendorf, die zwischen 1932 und 1934 entstand. Ein Grabstein im Molo-Park erinnert an Walter von Molo. Die Jahreszahlen 1932 bis 1934 markieren bei der Gartenanlage eine deutlich jüngere Entstehungsphase als bei St. Anna. Für Kulturinteressierte steht hier neben dem Kirchenbau eine Gartenanlage des 20. Jahrhunderts mit dem Gedenken an Walter von Molo.
Hechendorf nach Schwerpunkten planen
Wer in Hechendorf einen Fahrradausflug plant, kann die Radtour durch das Murnauer Moos mit der Flussgeschichte der Loisach verknüpfen. Für einen kulturgeschichtlichen Schwerpunkt stehen St. Anna und der Molo-Park mit ihren unterschiedlichen Epochen und Bezügen: hier mittelalterlicher Kirchenbau und frühbarocke Gestaltung, dort eine Gartenanlage der Jahre 1932 bis 1934 und die Erinnerung an Walter von Molo.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Murnau a.Staffelsee.