Georgenthal zwischen Seenlandschaft und Geschichte

Georgenthal verbindet eine markante Seenlandschaft mit einer Ortsgeschichte, die bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreicht. Damit bietet der Ort unterschiedliche Anknüpfungspunkte für Ihre Reise: Naturinteressierte begegnen einem weitläufigen FFH-Gebiet, während kulturgeschichtlich Interessierte auf einen denkmalgeschützten Meilenstein und Spuren der früheren Verkehrswege stoßen.

Seenlandschaft am Rand von Georgenthal

Das FFH-Gebiet „Matheswall, Schmielen- und Gabelsee“ trägt die EU-Nr. DE 3551-301 und die Landes-Nr. 067. Es umfasst 187 ha und liegt im Landkreis Märkisch-Oderland in der Gemeinde Falkenhagen (Mark) in Brandenburg. Von Südwesten nach Nordosten erstreckt sich das Gebiet über etwa 4,2 km und ist bis zu etwa 950 m breit. Es reicht vom Ortsteil Georgenthal über den Gabelsee und den Schmielensee bis zum Schwarzen See östlich von Falkenhagen (Mark).

Bei Georgenthal umfasst das FFH-Gebiet den Quellbereich des Platkower Mühlenfließes sowie dessen weiteren Verlauf in einer Schmelzwasserrinne. Diese Rinne hat sich in die eiszeitliche Grundmoränenplatte gegraben. Zum Gebiet gehören außerdem der Kalksee, der Gabelsee sowie der Große und der Kleine Schmielensee. Für Sie wird die Landschaft dadurch nicht nur über einzelne Gewässer, sondern auch über ihre geologische Prägung greifbar. Wer auf einer Reise die Verbindung von Wasser, eiszeitlicher Landschaftsform und naturnahem Ortsumfeld sucht, findet in Georgenthal ein klar umrissenes Naturthema.

Historische Spuren im Ort

An der B 5 bei Kilometer 20,1 steht in Georgenthal ein denkmalgeschützter Meilenstein. Seine Lage an der Bundesstraße macht einen konkreten historischen Bezug im Ortsbild sichtbar, ohne dass daraus eine heutige Funktion oder ein bestimmtes Besuchsangebot abzuleiten ist. Für kulturinteressierte Reisende ergänzt dieser einzelne Stein die ausführlichere Geschichte Georgenthals.

Vor 1756 legte der Rittergutsbesitzer Georg Abraham von Hohendorff in einer Talsenke, 3 km südlich vom Gutshof Falkenhagen, ein Vorwerk an und nannte es Georgenthal. Auf Anordnung Friedrichs II. vom 03.02.1756 wurden dort unter anderem ausländische, nichtpreußische Familien angesiedelt. Ab 1776 wurde Georgenthal als Kolonie bezeichnet und hatte einen eigenen Schulzen. Die Entwicklung des Ortes lässt sich damit an einer Gründung, einer staatlich angeordneten Ansiedlung und der späteren Bezeichnung als Kolonie nachvollziehen.

Auch die Verkehrsgeschichte gehört zu Georgenthals Vergangenheit. Um 1800 wurde die Chaussee von Berlin nach Frankfurt (Oder) zwischen Heinersdorf und Treplin über Georgenthal und Petershagen geführt. Dieser Umweg entstand, weil die Generalpächterin von Falkenhagen, Madam Blum, für das abzutretende Land einen zu hohen Preis verlangte. Beim Ausbau dieser Chaussee entstand um 1800 in Georgenthal außerdem ein Chausseehaus. Die historische Verkehrsführung ist dabei als zeitgeschichtlicher Zusammenhang zu verstehen und sagt nichts über eine heutige Streckenführung oder aktuelle Verkehrsanbindung aus.

Übernachten in Georgenthal

Zum historischen Ortsbild gehört der ehemalige Gasthof „Grundkrug“, der heute als Ferienhof genutzt wird. Der Ferienhof Georgenthal verfügt über sechs Ferienwohnungen. Für Ihren Aufenthalt lässt sich damit eine konkrete Unterkunft im Ort mit den beiden prägenden Seiten Georgenthals verbinden: der Landschaft rund um die Seen und der Geschichte des früheren Vorwerks, der Kolonie und der Chaussee. So bleibt Georgenthal auch als kleiner Reisezielstandort inhaltlich greifbar, wenn Sie Naturraum und Ortsgeschichte gemeinsam betrachten möchten.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Falkenhagen (Mark).

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