Geltow zwischen Havel, Schwielowsee und Geschichte

File:Geltow Entenfang Anlage.jpg File:Geltow Entenfang Anlage.jpg Foto: Doris Antony , Berlin via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Geltow verbindet Wasserlandschaft, offene Wiesen und eine vielschichtige Ortsgeschichte. Das Dorf schmiegt sich am seichten Ufer dort an, wo die Havel den Schwielowsee verlässt und wieder nach Norden fließt. Von der Baumgartenbrücke reicht der Blick über den Schwielowsee und die Havel bis zur Silhouette der Inselstadt Werder (Havel). Damit beginnt die Erkundung an einem Ort, an dem Fluss, See und historische Spuren eng beieinander wahrnehmbar sind.

Wasserblick und offene Landschaft

Die neu gestaltete Uferzone, ausgehend von der Straße Am Grashorn, bietet Bänke zum Ausruhen und schöne Ausblicke auf die Havellandschaft. Alte Geltower nennen die weitläufigen Wiesen östlich der Straße Am Wasser „Geltows Sibirien“. Dort bieten sich Möglichkeiten zur Beobachtung der Vogelwelt der Umgebung. Für Spaziergänge mit unterschiedlichen Schwerpunkten stehen so sowohl die Uferperspektive als auch die offene Landschaft im Mittelpunkt.

Auf der höchsten Stelle des Franzensberges steht der Carlsturm. Der Aussichtsturm wurde 1870 errichtet und trägt den Namen von Prinz Carl, dem Bruder Kaiser Wilhelms I. Der Carlsturm befindet sich heute in Privatbesitz. Seine Geschichte gehört damit ebenso zum Ortsbild wie die Wege und Landschaften, die den Franzensberg und Geltow miteinander verbinden.

Traditionelles Handwerk in Geltow

Ein besonderer Einblick in die örtliche Handwerkstradition führt in die Handweberei Henni Jaensch-Zeymer. Dort arbeiten Fachleute an 200 bis 300 Jahre alten Webstühlen und fertigen Stoffe nach traditionellen Mustern. In einem kleinen Laden werden Textilien sowie weitere handwerkliche Produkte wie HB-Keramik und Lauchhammerkunstguss verkauft.

Besucher können den Fachleuten bei der Arbeit an den historischen Webstühlen zusehen und sich die Funktionsweise des Handwebstuhls sowie die Webtechnik erklären lassen. Bei angemeldeten Gruppenbesuchen können Teilnehmer unter Anleitung selbst das Weben ausprobieren. Die Handweberei verbindet damit anschauliche Vorführung, historische Geräte und eigenes Ausprobieren.

Geschichte auf Wegen und in Ausstellungen

Die Wanderung in und um Geltow führt zur Heimatstube Geltow, in der die 1000-jährige Geschichte des Ortes präsentiert wird. Die Heimatstube zeigt außerdem eine Dauerausstellung über das Leben und Wirken bedeutender Geltower Persönlichkeiten, darunter Freiherr Karl Harwig Gregor von Meusebach, Theodor Fontane und Förstemann. In Geltow gibt es zudem eine Dauerausstellung mit dem Titel „1033 Jahre Geltow“.

Auch die Dorfkirche gehört zur Ortsgeschichte: Sie wurde am 22. Dezember 1887 in Dienst genommen und im neugotischen Stil errichtet. Das Schillsche Erbe wird in Geltow seit Ende der 1980er Jahre gewürdigt. Der Schill-Gedenkstein ist ein Gedenkstein und Ehrenmal für Major Ferdinand von Schill, den Initiator des nationalen Erhebungsversuchs von 1809 gegen die napoleonische Fremdherrschaft.

Eine weitere historische Spur führt zum „Ohr der Welt“. Der Ort war der Standort einer Versuchsstation von Telefunken Berlin, von der aus zwischen 1919 und 1930 die erste Funkverbindung mit Amerika gelang. Zusammen mit der Heimatstube, der Dorfkirche und dem Schill-Gedenkstein eröffnet dieser Ort einen Zugang zu unterschiedlichen Kapiteln der Geltower Vergangenheit.

Historische Führung und persönliche Schwerpunkte

Der Heimatverein Geltow bietet einmal im Monat eine historische Führung durch Geltow an. Gäste und Bewohner sind willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer sich für Ortsgeschichte interessiert, kann die Führung mit dem Besuch der Heimatstube, der Ausstellung „1033 Jahre Geltow“ oder der Handweberei verbinden. Für Naturinteressierte stehen dagegen die Uferzone, die Wiesen östlich der Straße Am Wasser und die Ausblicke auf Havel und Schwielowsee im Vordergrund.

Unterkunft passend zur Reiseplanung

Bei der Wahl eines Hotels oder einer anderen Unterkunft in Geltow lassen sich die eigenen Interessen als Orientierung nehmen. Wasserblicke, Uferwege und Vogelbeobachtung setzen andere Akzente als die Handweberei, die Ausstellungen und die historischen Führungen. Diese Orte und Themen geben Ihnen eine konkrete Grundlage, um den Aufenthalt zwischen Landschaftserlebnis, Kultur und Ortsgeschichte zu planen.

Für die weitere regionale Planung bietet sich auch ein Blick auf Caputh an.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Schwielowsee.

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