Obersuhl: Natur, Kultur und Grenzgeschichte entdecken

File:Naturschutzgebiet Rhäden bei Obersuhl und Bosserode im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.jpg File:Naturschutzgebiet Rhäden bei Obersuhl und Bosserode im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.jpg Foto: Heinz K. S. via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Obersuhl zwischen Naturraum und Grenzgeschichte

Wer in Obersuhl Naturbeobachtung und Kultur verbinden möchte, findet im Ort und im weiteren Umfeld unterschiedliche Themen für die Reiseplanung. Das Naturschutzgebiet „Rhäden“ steht für Feuchtgebiet und Vogelwelt, während Kirche, Grenzlehrpfad und Grenzmuseum historische Perspektiven eröffnen. Ergänzt wird dieses Bild durch das FFH-Gebiet „Obersuhler Aue“ und weitere Ziele im Wildecker Tal.

Feuchtgebiete und Vogelwelt

Im etwa 250 ha großen Naturschutzgebiet „Rhäden“ wurden mehr als 250 Vogelarten nachgewiesen. Das Feuchtgebiet mit Sumpfwald bietet entlang eines etwa 8 km langen Rundwegs überdachte Vogelbeobachtungsstationen. Der Rundweg kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt werden. Damit lässt sich die Landschaft in einem ruhigen, naturorientierten Rhythmus erkunden, während die Vogelwelt den besonderen Schwerpunkt des Gebiets bildet.

Auch das FFH-Gebiet „Obersuhler Aue“ prägt den Naturraum. Die großflächig unzerschnittene Flussaue dient als wichtiger Rastplatz und Brutbiotop für Wiesenvögel. Für Besucher, die Landschaft nicht nur als Kulisse, sondern als Lebensraum wahrnehmen möchten, eröffnet dieser Aspekt einen weiteren Zugang zur Umgebung von Obersuhl.

Kirche, Grenzlehrpfad und Museum

Im Zentrum von Obersuhl steht eine aus Sandstein erbaute Kirche. Ihr Turm und ihr Chorraum stammen aus dem Jahr 1518. Bei der Renovierung des Kirchenraums im Jahr 2002 erhielt das Kirchenschiff moderne Decken- und Wandmalereien von Tobias Kammerer. Historische Bausubstanz und jüngere Gestaltung kommen hier unmittelbar in einem Kirchenraum zusammen.

Der etwa 800 m lange Grenzlehrpfad beginnt am Ortsende von Wildeck-Obersuhl in Richtung Gerstungen. Er ist ganzjährig begehbar und kann eigenständig erkundet werden. Das Grenzmuseum „Auf der Wache“ dokumentiert anhand von Fotografien und Exponaten die Geschichte der deutschen Teilung vom Ende des Krieges bis zur Wiedervereinigung. So stehen für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sowohl ein begehbarer Lehrpfad als auch eine museale Darstellung zur Verfügung.

Orientierung und saisonale Freizeit

Das Naturschutz-Informationszentrum Wildeck-Obersuhl ist ein Besucherzentrum und eine Bildungseinrichtung. Seine Ausstellung stellt Zusammenhänge in Natur und Landschaft dar. Wer die Beobachtungen im Schutzgebiet fachlich einordnen möchte, findet dort einen eigenen Zugang zu den Themen, die den Naturraum rund um Obersuhl bestimmen.

Für warme Monate ergänzt das beheizte Freibad Obersuhl in der Vohlstraße die Ausflugsmöglichkeiten. In der Sommersaison von Mai bis Anfang September verfügt es über einen 3-m-Sprungturm, eine Wasserrutsche und ein Volleyballfeld. Die saisonale Ausstattung spricht dabei eine andere Form der Freizeitgestaltung an als Vogelbeobachtung, Lehrpfad und Museum.

Im weiteren Umfeld von Obersuhl bietet das Wildecker Tal unter anderem die Ruine Blumenstein, die Burg Wildeck, den Inselsteich und einen Obelisken. Das noch erhaltene Mauerwerk der Ruine Blumenstein gehört zum später errichteten Jagdschloss Blumenstein aus dem Jahr 1727. Wer ein Hotel in Obersuhl sucht, kann den Aufenthalt damit nach Natur, Geschichte oder einem saisonalen Freibadbesuch ausrichten, ohne sich auf nur eine Erlebnisart festzulegen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Wildeck.

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