Paderborn: Quellen, Geschichte und Technik
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Mehr als 200 Paderquellen entspringen in der Innenstadt von Paderborn. Zugleich erzählen Museen und historische Bauwerke von frühen Siedlungen, mittelalterlicher Herrschaft und der Entwicklung der Informationstechnik. Wasser, Geschichte und Technik bieten Ihnen ganz unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt.
Paderquellen und Domgeschichte
Die Pader entspringt in Paderborn und gilt als kürzester Fluss Deutschlands. Das Paderquellgebiet unterhalb des Doms und des Abdinghofs ist als Gartendenkmal geschützt. So treffen hier zwei besondere Themen aufeinander: der Ursprung des Flusses und eine unter Denkmalschutz stehende Gartenanlage. Für den Einstieg in Paderborns Stadtgeschichte ist auch die Überlieferung zum heutigen Dom aufschlussreich. Papst Leo III. und Frankenkönig Karl trafen sich an den Quellen der Pader am Ort des heutigen Doms. Dort stand bereits eine große, Christus als Salvator Mundi geweihte Kirche, die kurz darauf bei einem Stadtbrand zerstört und wieder aufgebaut wurde. In der Krypta des Doms werden die Reliquien des heiligen Liborius aufbewahrt, des Schutzpatrons des Erzbistums und der Stadt.
Von mittelalterlichen Pfalzen bis zum Barockgarten
Das Museum in der Kaiserpfalz vermittelt die Geschichte Paderborns und Westfalens vom 6. bis zum 12. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt ist die Pfalz Karls des Großen: Karl ließ sie im Jahr 777 oberhalb der Paderquellen als erste und einzige von ihm in Sachsen errichtete Pfalz bauen. Die rekonstruierte ottonisch-salische Pfalz verfügt über Kapellen und einen einzigartigen Quellkeller. Einen anderen architektonischen Blick eröffnet die Bartholomäuskapelle. Sie gilt als älteste bekannte Hallenkirche auf deutschem Boden und beeindruckt durch ihre besondere Akustik.
Schloß Neuhaus, eine ehemalige fürstbischöfliche Residenz im gleichnamigen Paderborner Stadtteil, zählt zu den bedeutendsten Renaissance-Wasserschlössern Westfalens. Der Barockgarten wurde anlässlich der Landesgartenschau 1994 nach einem Originalplan aus dem 18. Jahrhundert neu angelegt. Wer sich für Garten- und Baugeschichte interessiert, kann diese Themen so neben den mittelalterlichen Pfalzgeschichten einordnen, ohne sie miteinander zu verwechseln.
Stadtgeschichte und Informationstechnik
Das Stadtmuseum Paderborn spannt einen weiten zeitlichen Bogen: Es erläutert die Geschichte der Paderstadt von den ersten ur- und frühgeschichtlichen Siedlungen bis zu Themen der städtischen Gegenwart und Zukunft. Zum Museum gehören der Kreuzgang und der Garten des Abdinghofklosters, das Bischof Meinwerk 1015/16 gründete. Im Vergleich dazu konzentriert sich das Museum in der Kaiserpfalz auf die Geschichte Paderborns und Westfalens vom 6. bis zum 12. Jahrhundert. Die beiden Museen setzen damit unterschiedliche zeitliche Schwerpunkte.
Auch die Informationstechnik ist ein prägnanter Teil des Paderborner Museumsangebots. Das Heinz Nixdorf MuseumsForum gilt als weltgrößtes Computermuseum und verfügt über 6.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Seine Dauerausstellung umfasst 5.000 Jahre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Informationstechnik – von der Keilschrift über Rechen- und Schreibmaschinen bis zu Internet und Robotik. Besucher können dort Telefone aus früheren Zeiten benutzen, historische und neue Computerspiele ausprobieren und sich mit dem virtuellen Wesen Max unterhalten. Der thematische Bogen reicht damit von frühen Schriftformen bis zu digitalen Entwicklungen; die interaktiven Angebote setzen dazu einen eigenen Akzent.
Geführte und selbstgeführte Entdeckungen
Eine kombinierte Rad-Stadtführung der Stadt Paderborn beginnt mit einem Rundgang durch die historische Innenstadt. Anschließend führt die Route per Fahrrad entlang der Pader durch grüne Wiesen und Auen zu Schloß Neuhaus und dessen Barockgarten. Der Wechsel vom Rundgang zur Radetappe verbindet zwei Arten, die Stadt und ihre Umgebung kennenzulernen. Mehrmals pro Jahr bietet die Tourist Information Paderborn außerdem öffentliche Führungen mit dem Titel „Residenz der Fürstbischöfe“ in Schloß Neuhaus an; die Führung kann auch zu einem Wunschtermin gebucht werden.
Wenn Sie lieber eigenständig unterwegs sind, steht für Paderborn ein selbstgeführter Stadtrundgang mit klassischer Wegbeschreibung und einem Innenstadtplan zur Verfügung, auf dem die Route eingezeichnet ist. Die geführten Formate und der Rundgang bieten unterschiedliche Zugänge: Die Rad-Stadtführung kombiniert Spaziergang und Fahrrad, während der selbstgeführte Rundgang eine eingezeichnete Route mit Wegbeschreibung verbindet. Diese Interessen geben Ihnen eine inhaltliche Orientierung, wenn Sie Angebote vergleichen.
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