Eringerfeld entdecken: Wandern zwischen Wald und Schloss

Eringerfeld spricht besonders Reisende an, die Naturerlebnisse mit regionaler Bau- und Ortsgeschichte verbinden möchten. Im Mittelpunkt stehen sieben erschlossene und markierte Rundwanderwege, die durch Wald und Wiesen führen, sowie Schloss Eringerfeld mit seiner barocken Vergangenheit. Die Wege unterscheiden sich in ihrer Länge und eröffnen Ihnen verschiedene Möglichkeiten, die Landschaft rund um den Ort zu erkunden. So lassen sich Natur und Geschichte in einer gemeinsamen Ausflugsplanung berücksichtigen.

Rundwanderwege zwischen Ortskern und Westerschledde

Die Rundwanderwege liegen auf einer Fläche von 3 × 3 km im Geseker Ortsteil Eringerfeld. Rosettenartig sind sie um den Ortskern angelegt; ihr gemeinsamer Ausgangspunkt ist das Wegekreuz in der Ortsmitte. Auf den verschiedenen Verläufen kommen Schloss Eringerfeld, sehenswerte alte Baumbestände am Rand des Forstes, Wald und Wiesen sowie das wildromantische Tal des Naturschutzgebiets Westerschledde vor. Für einen Ausflug lässt sich so zunächst die gewünschte Weglänge berücksichtigen, während die Landschaftsbilder zwischen Ortskern, Forstrand und Tal wechseln.

Waldlandschaften und Schutzgebiete

Der Naturraum ist durch mehrere Schutzgebiete und unterschiedliche Waldstandorte geprägt. Im westlichen Teilgebiet des FFH-Gebiets „Eringerfelder Wald und Proevenholz“, dem Eringerfelder Wald, kommen Waldmeister-Buchenwälder vor. Das FFH-Gebiet liegt zwischen Eringerfeld und Prövenholz; dort befinden sich zwei große, artenreiche Waldgebiete auf Kreidemergel. Durch das Gebiet verlaufen Westerschledde und Ruthenbach in Süd-Nord-Richtung. In Teilbereichen sind sie naturnahe, periodisch trockenfallende Fließgewässer.

Zum Naturschutzgebiet „Eringerfelder Wald-Sued“ gehört im Bereich Eringerfeld ein großer Laubwaldkomplex auf Kalk. Die nur zeitweise wasserführende Westerschledde durchfließt dieses Schutzgebiet von Süden nach Norden. Das Gebiet umfasst Waldmeister-Buchenwälder in standörtlich unterschiedlichen Ausprägungen; hinzu kommen naturnahe Quellbereiche sowie Bach- und Talabschnitte. Der Eringerfelder Wald nordwestlich von Eringerfeld bildet ein größeres zusammenhängendes Waldgebiet in der Geseker Börde. Unterschiedliche Böden, Waldstandorte und Wasserverhältnisse prägen damit mehrere klar unterscheidbare Landschaftselemente.

Schloss Eringerfeld und Ortsgeschichte

Schloss Eringerfeld ist eine Wasserburg und eine mehrflügelige Anlage um einen zentralen Ehrenhof. Es wurde von 1676 bis 1699 als frühbarocke Schlossanlage auf den Mauern einer alten Burganlage neu erbaut, und zwar von den Domherren Johann Gottfried und Rhabanus Christoph von Hörde als Familienstiftung. An der Errichtung waren außerdem der Kapuzinerpater und Architekt Ambrosius von Oelde sowie der Baumeister Jobst Scheck aus Störmede beteiligt. Die Anlage gilt als besonderes Beispiel barocker Baukunst in Westfalen-Lippe. Die Schlosskapelle wurde 1661 geweiht und ist der älteste Teil von Schloss Eringerfeld. Seit 1983 ist das Schloss als Baudenkmal eingetragen.

Auch das Eringerfelder Kreuz verweist auf einen konkreten historischen Anlass: Es wurde zur Erinnerung an die schwere Geburt von Anna Elisabeth Freiin von Ketteler am 22. März 1882 errichtet. Damit ergänzt ein Ereignis aus dem 19. Jahrhundert die barocke Schlossgeschichte um einen weiteren konkreten Bezug zur Ortsgeschichte.

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