Grabfeld: Dorfgeschichte, jüdisches Erbe und Natur
Unterkünfte in Unterkünfte in Grabfeld
Grabfeld erzählt Geschichte an vielen konkreten Orten: Museen, Kirchen, historische Gebäude und Zeugnisse jüdischen Lebens stehen neben vorgeschichtlichen Spuren und geschützten Landschaften. So können Sie Ihren Aufenthalt nach unterschiedlichen Interessen ausrichten – von Baugeschichte und Ortsmuseen bis zu Natur und ausgeschilderten Wegen.
Museen und Geschichte im Grabfeld
In Jüchsen befindet sich das Museum Willfried Büttner in der Alten Schule, einem Gebäude von 1616. Zahlreiche Exponate widmen sich der Geschichte des Ortes. Auch das deutsch-deutsche Freilandmuseum in Behrungen erzählt ein eigenes Kapitel: Zu seinen Objekten gehören ein Grenzzaun und viele weitere Stücke. In Wolfmannshausen gibt es ein Heimatmuseum mit einer Hausfigur. Die drei Museen setzen unterschiedliche Schwerpunkte – Ortsgeschichte, deutsch-deutsche Geschichte und örtliche Überlieferung.
Auch Kirchen und ihre Ausstattung geben Einblicke in die Geschichte der Orte. Die Ägidiuskirche in Wolfmannshausen besitzt sehr gut restaurierte Wandfresken aus der Zeit ihrer Erbauung. In Queienfeld wurde 1720 in der Ortsmitte neben einem alten Wehrturm eine Kirche errichtet; ein Teil des Wehrgrabens ist erhalten.
Jüdisches Erbe in Berkach
Das jüdische Ensemble in Berkach umfasst eine Synagoge, ein Badehaus, eine Schule und einen Friedhof. Die Synagoge und die Judenschule an der Mühlfelder Straße wurden zwischen 1852 und 1854 erbaut. Die Synagoge wurde 1990/91 wieder als Synagoge hergerichtet und am 3. November 1991 im Beisein der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth feierlich wiedergeweiht.
Das Ritualbad, die Mikwe, stammt aus dem Jahr 1838 und wurde 1990 restauriert. Auf den Grabsteinen des gut erhaltenen jüdischen Friedhofs sind viele Inschriften noch gut lesbar. 2014 wurde ein Rundweg mit Texttafeln angelegt, der die jüdischen Kulturstätten miteinander verbindet. Zusammen machen diese verschiedenen Stationen die Geschichte des Ensembles und seine baulichen Bestandteile erfahrbar.
Dorfgeschichte in Gebäuden und Ortsbildern
Exdorf wurde 951 erstmals unter dem Namen „Heigesdorf“ urkundlich erwähnt. Erhaltene Fachwerkhäuser prägen das Ortsbild; hinzu kommen historische Hofeingangsportale aus dem Spätmittelalter. Die Dorfkirche fällt durch ihren wuchtigen Turm und die charakteristische Schweifkuppel auf. In Nordheim besitzt das im 18. Jahrhundert erbaute Rat- und Backhaus einen doppelseitigen Treppenaufgang. Solche Details zeigen, wie verschieden sich die Baugeschichte in den einzelnen Orten ablesen lässt.
Ein weiterer historischer Bezugspunkt liegt in Bauerbach: Im Gutshaus der Familie von Wolzogen befindet sich heute ein Museum. Es veranschaulicht die Zeit, in der Friedrich Schiller dort sieben Monate lebte und arbeitete. Der historische Schiller-Wanderweg führt von Meiningen nach Bauerbach. Außerdem finden in Bauerbach alljährlich Freilichtaufführungen statt. Diese Verbindung aus einem historischen Aufenthaltsort, einem Wanderweg und Aufführungen spricht unterschiedliche Interessen an, ohne dass daraus ein fester Ablauf für den Besuch folgt.
Vorgeschichte, Wege und geschützte Landschaft
Die Widderstatt nahe Jüchsen ist ein vorgeschichtlicher Siedlungsplatz, den Menschen seit 8000 v. Chr. aufsuchen. Von dort führt der ausgeschilderte Kelten-Erlebnisweg in Richtung Steinsburg bei Römhild oder zum Dolmar. Der Rundweg „Zur Platte“ beginnt in Exdorf und ist ein Abschnitt des Burgenwanderwegs. Die Wege eröffnen damit unterschiedliche Bezüge: Der eine knüpft an die vorgeschichtliche Widderstatt an, der andere an den Burgenwanderweg.
Auch geschützte Natur gehört zu den Themen der Gegend. Das Naturschutzgebiet „Seeben“ in Behrungen weist verschiedene Vegetationsstrukturen und eine vielfältige Artenausstattung auf. Südwestlich von Jüchsen, nahe der Straße nach Queienfeld, liegen die Wirtswiese und die Graulache; beide wurden 1996 zu geschützten Landschaftsbestandteilen erklärt. Die Naturziele unterscheiden sich in ihrem Charakter von den beschriebenen Gebäuden und Museen: Hier stehen Lebensräume und Schutzgebiete im Mittelpunkt. Bei der Planung des Kelten-Erlebniswegs sollten Sie den aktuellen Wegverlauf und die Bedingungen vor Ort prüfen.
Für die Suche nach einem Hotel in Grabfeld können Sie zunächst überlegen, welche Themen Ihren Aufenthalt prägen sollen: Ortsgeschichte, jüdisches Kulturerbe oder Natur und Wege.
Weitere Reiseziele entdecken: Wasungen, Oberhof, Floh-Seligenthal, Schwallungen, Obermaßfeld-Grimmenthal, Brotterode-Trusetal, Christes.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Schmalkalden-Meiningen.