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Vollersroda – Dorfgeschichte und Feininger-Radweg

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Vollersroda verbindet eine klar erkennbare historische Dorfanlage mit einer besonderen Dorfkirche und dem Feininger-Radweg. Der Ort liegt südwestlich des Parks Belvedere auf 330 Metern Höhe. Wer sich für Ortsgeschichte, Kirchenbau oder Radwege mit kulturellem Bezug interessiert, findet hier unterschiedliche Anknüpfungspunkte für die Reiseplanung.

File:Vollersroda Kirche.JPG File:Vollersroda Kirche.JPG Foto: Wikswat via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Ein Dorf mit markanter Anlage

Vollersroda weist die für hochmittelalterliche Gründungen typische Form eines regelmäßig angelegten Straßendorfs auf. Seine äußere Begrenzung ist scharf ausgeprägt. Diese Anlage verleiht dem Ort einen eigenen räumlichen Charakter: Die Häuserzeilen formen das Dorf, während eine platzartige Erweiterung Raum für die Kirche schafft. Die Kirche ist dadurch nicht in eine Häuserzeile eingegliedert, sondern steht zentral im Dorf.

Auch die Lage der Kirche macht die Dorfstruktur besonders anschaulich. Statt am Rand der Bebauung prägt sie deren Mitte. Wenn Sie sich für historische Ortsbilder interessieren, lohnt es sich, beim Blick auf Vollersroda beide Elemente zusammenzudenken: die regelmäßige Anlage des Straßendorfs und die zentrale Position des Kirchengebäudes.

Kirche, Denkmal und Kunstgeschichte

Die Kirche in der Dorfstraße wurde 1775 erbaut. Sie ist mit ihrer Ausstattung, dem Kirchhof und dem Gefallenendenkmal als Einzeldenkmal in der Denkmalliste des Weimarer Landes verzeichnet. Diese Einordnung umfasst also nicht nur das Kirchengebäude, sondern auch die genannten Bestandteile des Ensembles. Für einen kulturgeschichtlich geprägten Aufenthalt bietet die Kirche damit einen konkreten Bezugspunkt im Dorf – ihre besondere Stellung im Ortsbild lässt sich zugleich mit der Anlage der Häuserzeilen verbinden.

Mit dem Ort ist außerdem Lyonel Feininger verbunden: Der Maler schuf insgesamt vier Bilder von der Kirche in Vollersroda. Diese Verbindung ergänzt die Baugeschichte um eine kunsthistorische Perspektive. Vollersroda wurde erstmals 1262 in einer Urkunde des Volrad von Kranichfeld für das Kloster Oberweirnar erwähnt, damals unter dem Ortsnamen Volradshrode. So stehen bei der Beschäftigung mit dem Ort verschiedene Zeitschichten nebeneinander: die frühe urkundliche Nennung, die Kirche aus dem Jahr 1775 und Feiningers Bilder.

Mit dem Feininger-Radweg unterwegs

Der gut beschilderte Feininger-Radweg ist 27,8 Kilometer lang und führt von Weimar über Niedergrunstedt, Gelmeroda, Possendorf und Vollersroda nach Mellingen. Die Route nimmt mehrere Lieblingsmotive Lyonel Feiningers im südlichen Weimarer Land auf und führt auch in den Ort. Damit treffen auf der Strecke Radfahren und Kunstgeschichte aufeinander. Wer eine Radtour plant, kann vor der Fahrt die aktuellen Wegbedingungen prüfen.

Für die Wahl eines Aufenthaltsortes können diese beiden Themen unterschiedliche Interessen abdecken: Die Dorfanlage und Kirche geben einen Anlass, sich mit dem Ort selbst zu beschäftigen; der Radweg ergänzt den Aufenthalt um eine längere, kulturell geprägte Tour.

Landschaft und regionale Geschichte

Auch die Geschichte der Landschaft ist mit der Nutzung des Ortes verbunden. Im 19. Jahrhundert wurde in Vollersroda Torf gestochen; das betreffende Gebiet wurde später in Teiche umgewandelt.

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Zur Ortsgeschichte gehört außerdem die Vollersrodaer Kirmes, die Kirchweih. Der Saal der Gaststätte wurde für die jährlich im Herbst stattfindende Kirmes genutzt. Wer einen Aufenthalt an einem bestimmten Termin ausrichten möchte, sollte die aktuellen Veranstaltungsdaten gesondert prüfen.

Weitere Anregungen im Weimarer Land

Das Weimarer Land bietet darüber hinaus weitere Routen und Kulturziele. Der Thüringer Drei Türme Weg ist ein Rundwanderweg durch die geschützte Landschaft des Mittleren Ilmtals im südlichen Weimarer Land. Er verbindet den Paulinenturm bei Bad Berka, den Hainturm im Belvederer Forst bei Weimar und den Carolinenturm bei Blankenhain. Für Wanderinteressierte ist damit ein eigenständiger regionaler Routenansatz beschrieben.

Einen anderen Schwerpunkt setzt der Goethe-Erlebnisweg: Er folgt Goethes Weg zu Charlotte von Stein und bietet zwölf Erlebnisstationen zwischen Natur und Kultur. Der Weg verbindet Weimar und Großkochberg. Wer den regionalen Reisehorizont über Vollersroda hinaus erweitern möchte, kann so zwischen einem Rundwanderweg durch die geschützte Landschaft und einem Weg mit literarischem Bezug unterscheiden.

Auch Kulturgeschichte und Museen prägen das Weimarer Land. Das GlockenStadtMuseum Apolda widmet sich der Kulturgeschichte der Glocken und der Textilindustrie der Region. Das Kunsthaus Apolda Avantgarde zeigt seit 1995 Ausstellungen internationaler und regionaler Künstler; zum Programm gehören außerdem Vorträge, Auktionen, Buchlesungen und Kinovorführungen. Im Coudray-Haus Bad Berka behandelt eine Dauerausstellung 200 Jahre Entwicklung des Kur- und Gesundheitswesens in Bad Berka. Diese Museen und Ausstellungen ergänzen die kulturellen Reiseideen im Weimarer Land um unterschiedliche Themen.

Die beschriebenen Orte und Routen setzen jeweils eigene Akzente und helfen dabei, die Interessen für die Reise zu ordnen.

Weitere Reiseziele entdecken: Blankenhain, Kranichfeld, Tonndorf, Lehnstedt, Bad Sulza, Kapellendorf, Großheringen, Grammetal.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Weimarer Land.

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