Schillingsfürst entdecken
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Das Barockschloss der Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst ist ein Wahrzeichen der Stadt. Zugleich öffnet sich in Schillingsfürst ein vielfältiger Blick auf Geschichte: Die Museen erzählen von Fürstenhaus und europäischer Kultur, andere Ausstellungen führen zu bäuerlichem Wohnen, Wasserversorgung, Kunst und Sprache. Wenn Sie für Ihren Aufenthalt einen kulturellen Schwerpunkt suchen, bietet der Ort mehrere klar unterscheidbare Themenfelder.
Am Wall 14, Schloss Schillingsfürst Schillingsfürst, von Osten
Foto: Tilman2007 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Schlossgeschichte und europäische Bezüge
Im Schlossmuseum wird die Geschichte des wilhelminischen Kaiserreichs anschaulich; Gemälde, Deckenbilder, Gobelins, Möbel und Porzellane zeigen außerdem die Bedeutung der Familien Hohenlohe, Sayn-Wittgenstein und Radziwill für das Schillingsfürster Fürstenhaus. Das Liszt-Museum im Schloss Schillingsfürst setzt einen persönlichen Schwerpunkt: Es erläutert die Freundschaft zwischen Franz Liszt und Kardinal Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingsfürst, den Liszt mehrfach in Schillingsfürst besuchte. Im Schlossmuseum werden Führungen während der Öffnungszeiten sowie auf Anfrage angeboten. Da sich organisatorische Regelungen ändern können, prüfen Sie diese vor dem Besuch.
Eine weitere historische Perspektive bietet das Museum der Französischen Fremdenlegion im Schloss Schillingsfürst. Es ist das einzige offizielle Museum der Legion außerhalb Frankreichs. Die Ausstellung zeichnet deren Entstehung von der Rekrutierung 1792 in Schillingsfürst bis zur Gründung der Légion étrangère im Jahr 1831 nach. Damit steht neben der Geschichte des Fürstenhauses auch eine europäische Militärgeschichte im Mittelpunkt.
Wasser, Wohnen und Kunst
Im Brunnenhausmuseum lässt sich in den ehemaligen Räumen der Brunnenwärter die Wohnkultur der bäuerlichen Bevölkerung des 19. Jahrhunderts nachvollziehen. Dort befindet sich die historische Ochsentretanlage, die 1702 erbaut wurde und das Schloss der Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst jahrhundertelang mit Wasser versorgte. So treffen in einem Museum Alltag und technische Versorgung aufeinander.
Auch der Wasserturm erzählt von der Wasserversorgung Schillingsfürsts, allerdings mit einem anderen zeitlichen Bezug: Der 1902 im wilhelminischen Leuchtturmstil errichtete Backsteinturm diente bis in die 1970er-Jahre diesem Zweck. Im Inneren führt eine Wendeltreppe an Motiven des französischen Malers Michel Leroux vorbei bis ganz nach oben. Die beiden Wasserbauwerke stehen damit für unterschiedliche Kapitel: Die Ochsentretanlage versorgte das Schloss, der Wasserturm die Stadt.
Das Ludwig-Doerfler-Museum enthält das Lebenswerk des Schillingsfürster Künstlers Ludwig Doerfler (1905–1992). Als kultureller Treffpunkt bietet es Wechselausstellungen, Malersymposien, musikalische Darbietungen und Philosophenlesungen. Im Haus der Heimat des Ludwig-Doerfler-Museums präsentiert das Museum der Jenischen Sprache eine Ausstellung zum Erbe der jenischen Sprache. Kunst, Veranstaltungen und Sprachgeschichte setzen so weitere Akzente neben den Schlossmuseen.
Pilgerroute und Radweg
Auch die Wege durch Schillingsfürst sprechen unterschiedliche Interessen an. Die Via Romea ist eine Pilgerroute von Norwegen über Dänemark und Stade bei Hamburg bis nach Rom. Sie führt über Rothenburg, Schillingsfürst, Feuchtwangen und Dinkelsbühl; der zuständige Verein hat den ursprünglichen Pilgerweg neu aufgenommen und belebt. Der Wörnitzradweg bietet eine konkret bezifferte Radstrecke: Auf 107 Kilometern beginnt er an der Wörnitzquelle in Schillingsfürst, führt über Dinkelsbühl entlang der Wörnitz und endet in Wassertrüdingen. Der Vergleich hilft bei der Orientierung zwischen einem weitreichenden Pilgerweg und einer Radroute mit benanntem Start, Verlauf und Ziel.
Ein wichtiger Planungshinweis betrifft den Fürstlichen Falkenhof: Er ist derzeit geschlossen. Wenn er wieder geöffnet ist und die täglichen Flugvorführungen stattfinden, können Besucher die Flugkünste der Vögel erleben; erfahrene Falkner vermitteln dabei Wissenswertes über die Tiere. Prüfen Sie vor der Reise, ob eine Wiedereröffnung erfolgt ist und das Programm stattfindet.
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