Koblentz: Mausoleum und Moorlandschaft
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Koblentz vereint ein markantes Bauwerk mit einer geschützten Moor- und Seenlandschaft. Das Mausoleum der Ritter von Eickstedt erzählt von der Ortsgeschichte; am Großen Koblentzer See stehen seltene Lebensräume und die Beobachtung von Wasservögeln im Mittelpunkt.
File:Mausoleum von Eickstedt Koblentz 1.JPG
Foto: onnola (Flickr-User) via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0
Ein Mausoleum mit besonderer Geschichte
Das heutige Koblentzer Kirchengebäude wurde ursprünglich als Mausoleum der Familie von Eickstedt errichtet. Friedrich Hitzig, ein Schüler Schinkels, baute es 1853–1854 im spätklassizistischen Stil als Ruhestätte für die Ritter von Eickstedt. Die wechselnde Nutzung gehört ebenfalls zur Geschichte des Hauses: Etwa von 1897 bis 2013 diente das Mausoleum als Dorfkirche. Damit treffen an einem Gebäude ursprünglicher Bestattungszweck, Architekturgeschichte und eine spätere Nutzung als Kirche aufeinander.
Für Kulturinteressierte ist vor allem diese Verbindung ein reizvoller Anknüpfungspunkt: Der Bau lässt sich nicht nur über seinen Stil, sondern auch über die unterschiedlichen Aufgaben verstehen, die er im Laufe der Zeit hatte. Das Mausoleum bleibt dabei klar als historischer Ort erkennbar; die frühere Nutzung als Dorfkirche beschreibt eine abgeschlossene Zeitspanne.
Großer Koblentzer See und geschützte Moorlandschaft
Das Naturschutzgebiet Großer Koblentzer See umfasst 269 Hektar und liegt zwischen Krugsdorf und Koblentz. Geschützt werden eine ursprünglich mesotrophe Talmoorblänke mit angrenzenden Durchströmungsmoorflächen, eine in Vorpommern sehr seltene Binnensalzstelle und ein Kalksumpf. Das Gebiet ist außerdem ein überregional bedeutsames Brut-, Durchzugs- und Rastgebiet für Wasservögel. Wer sich für Natur und Lebensräume interessiert, findet hier also nicht nur eine Wasserfläche, sondern ein Gebiet mit mehreren unterschiedlichen Schutzgütern.
Auch die Entstehung der Landschaft lässt sich in wenigen Schritten nachvollziehen: Der Große Koblentzer See liegt in einem von Schmelzwasser geformten, gefällearmen Seitental der Randowniederung. Im Holozän vermoorte das Tal; heute bildet es ein Durchströmungsmoor, das von einzelnen Mineralbodenrücken durchragt wird. Diese geologische Entwicklung gibt der Moorlandschaft ihren Zusammenhang und ergänzt den Blick auf die geschützten Lebensräume um eine zeitliche Perspektive.
Wege, Vogelbeobachtung und Tagesausklang
Hinter dem alten Gutshof in Koblentz führt ein Weg zum Großen Koblentzer See. Außerdem verläuft der Weg von Koblentz nach Uhlenkrug nördlich direkt am Naturschutzgebiet vorbei. Wenn Sie einen Spaziergang planen, können Sie diese beiden Angaben zur Orientierung nutzen; Wegbedingungen und Beschilderung können sich verändern.
Am Südostufer des Großen Koblentzer Sees ermöglichen zwei Beobachtungskanzeln besonders im Herbst den Blick auf den abendlichen Einflug von Gänsen und Kranichen. Zur Beobachtung der rastenden Gänse und Kraniche werden auch geführte Wanderungen angeboten. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über die aktuellen Termine der geführten Wanderungen. Die Koblentzer Seen bieten zudem Möglichkeiten, den Sonnenuntergang zu erleben; Wetter und Jahreszeit prägen dabei das Erlebnis.
Die Jahreszeit macht für Naturinteressierte einen spürbaren Unterschied: Im Herbst stehen rastende Gänse und Kraniche im Blick, während die Schutzgebietslandschaft mit ihren Moorlebensräumen auch unabhängig von einer Beobachtungstour ein wichtiges Thema bleibt. So können Sie entscheiden, ob Sie Ihren Aufenthalt eher an einer geführten Wanderung oder an einem eigenen Spaziergang ausrichten möchten, ohne beide Möglichkeiten gleichzusetzen.
Weitere Perspektiven in Vorpommern-Greifswald
Wer über Koblentz hinaus das übergeordnete Reiseziel Vorpommern-Greifswald in den Blick nimmt, findet auch andere thematische Schwerpunkte. Die drei Naturparke nehmen fast 40 Prozent der Fläche des Landkreises ein. Für Kulturinteressierte zeigt das Pommersche Landesmuseum in Greifswald den Croy-Teppich von 1554, ein kulturhistorisches Zeugnis aus der Reformationszeit. In Anklam widmet sich das Otto-Lilienthal-Museum dem Flugpionier, Maschinenbauingenieur und Humanisten Otto Lilienthal. Diese Beispiele ergänzen den Blick auf Koblentz um weitere Facetten des Landkreises, ohne die Ortsgeschichte oder die Moorlandschaft des Reiseziels zu ersetzen.
Weitere Reiseziele entdecken: Mönkebude, Stolpe auf Usedom, Ueckermünde, Postlow, Ückeritz, Gribow, Hinrichshagen, Plöwen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vorpommern-Greifswald.