Eilsum zwischen Warfen, Kirche und Oll Deep
Auf einem schmalen Streifen Kalkmarsch liegt Eilsum als ostfriesisches Warfendorf mit einer mittelalterlichen Backsteinkirche, historischen Wasserwegen und einer regionalen Fahrradroute. Der Streifen verläuft von Nordost nach Südwest; die Gründungslage befindet sich in 5,8 m Höhe über NN.
Warfendorf auf der Kalkmarsch
Die kleine zentrale Warf in Eilsum bietet Platz für drei Bauernhöfe. Neben der zentralen Warf gibt es in Eilsum fünf weitere bewohnte Warfen, die auch „Wehre“ heißen. Dadurch bleibt die Siedlungsform nicht auf einen einzelnen erhöhten Ortskern beschränkt, sondern umfasst mehrere bewohnte Warfen in Eilsum.
Die Graft am Bolkewehrster Weg 2 in Eilsum gehört zu einem Baudenkmal und besitzt geschichtliche sowie städtebauliche Bedeutung.
Die Kirche als mittelalterlicher Mittelpunkt
Die evangelisch-reformierte Kirche Eilsum ist eine mittelalterliche Backsteinkirche. Ihr Kirchenschiff wurde um 1230 bis 1260 errichtet; außerdem besitzt die Kirche einen älteren Ostturm. In der Apsis sind Reste von Ausmalungen im romanischen Zackenstil erhalten.
Zur Ausstattung gehören die Kanzel von Casper Struiwig mit der Jahreszahl 1738 und das spätgotische Bronzetaufbecken, das 1472 gegossen wurde. Damit verbinden sich am Kirchenbau mittelalterliche Bauteile mit späteren Ausstattungsstücken, ohne dass die einzelnen Entstehungszeiten ineinanderfallen.
Wasserwege und mittelalterliche Spuren
Mit Middelstewehr besitzt Eilsum außerdem eine im Mittelalter entstandene Gehöftgruppe. Im Hochmittelalter war Eilsum ein Sielort mit Seeverbindung. Die Wasserbezüge der Ortsgeschichte reichen damit vom mittelalterlichen Sielort bis zum späteren Kanalbau.
Nachdem das alte Siel 1461 verschlammt und abgebrochen worden war, wurde es in Angernwehr neu errichtet. Der 1605 nach Greetsiel gegrabene Kanal besteht bis heute als „Oll Deep“ fort.
Mit dem Fahrrad durch die Krummhörn
Die Krummhörner Kirchturmtour ist eine rund 70 km lange Fahrradroute zu 21 Kirchen in 19 Dörfern der Krummhörn. In der veröffentlichten Reihenfolge ist die Evangelisch-reformierte Kirche Eilsum die zweite Station. Die Länge und die Zahl der Kirchen und Dörfer machen die Route zu einer Verbindung mehrerer Orte der Krummhörn.
Die Route führt von Dorf zu Dorf vorbei am Pilsumer Leuchtturm, an der Murmel-Arena in Uttum, an historischen Windmühlen, der Osterburg in Groothusen und der Manningaburg in Pewsum sowie am Nationalpark Wattenmeer, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Unterwegs lässt sich auch das Fischerdorf Greetsiel erkunden.
In der Ferienregion Krummhörn-Greetsiel gibt es ausgeschilderte Radrouten mit Knotenpunktsystem. Für die Kirchturmtour stehen damit neben den Kirchen weitere Ziele der Region auf der Strecke.
Wasserweg und öffentlicher Grillplatz
Eilsum ist über einen Bootsanleger auf dem ostfriesischen Kanalnetz auf dem Wasserweg erreichbar. In Eilsum gibt es außerdem einen öffentlichen Grillplatz, den jeder nutzen kann.
Der Bootsanleger und der öffentliche Grillplatz ergänzen die Orientierung vor Ort um konkrete Punkte am Wasser und im öffentlichen Raum.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Krummhörn.
Weitere Unterkunftsorte für Ihre Reiseplanung: Hamswehrum, Greetsiel, Upleward, Visquard, Rysum, Campen, Pewsum, Loquard.
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