Pöhlde: Pfalzgeschichte, Erdfälle und die Rhumequelle
File:Am Rötesumpf, 2, Pöhlde, Herzberg am Harz, Landkreis Göttingen.jpg
Foto: GeorgDerReisende via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Pöhlde zwischen Pfalzgeschichte und Landschaft
Pöhlde verbindet kaiserliche Geschichte mit mittelalterlichen Bauspuren und markanten Landschaftsformen. Die Pfalz Pöhlde wurde zwischen 922 und 1059 insgesamt 27-mal von deutschen Kaisern und Königen besucht. Diese historische Dichte verleiht dem Ort einen klaren Schwerpunkt für Reisende, die Kultur und Natur nicht getrennt voneinander betrachten möchten.
Historische Spuren im Ort
An den Grundmauern der Pfalzkapelle lässt sich der frühere Bauverlauf besonders anschaulich nachvollziehen. Steinplatten markieren die Mauern im Rasen, sodass der ursprüngliche Verlauf für Besucher erkennbar bleibt. Die sichtbare Struktur macht die Pfalzgeschichte auch ohne erhaltenes vollständiges Bauwerk räumlich verständlich.
Die heutige Kirche in Pöhlde wurde 1668 auf den Grundmauern des Mittelschiffs der ehemaligen Stiftskirche aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Beim Bau wurde außerdem der mittelalterliche Chor einbezogen. Damit treffen an der Kirche mehrere Zeitschichten aufeinander, die sich bei der Beschäftigung mit Pöhldes Ortsgeschichte berücksichtigen lassen.
Auf dem Rotenberg sind die Überreste des Wall- und Grabensystems der Befestigungsanlage „König Heinrichs Vogelherd“ im Gelände noch gut erkennbar. Die Anlage war vermutlich eine frühere Fluchtburg. Ein weiteres historisches Zeichen ist die Gerichtslinde in Pöhlde, deren Alter auf 1.000 Jahre geschätzt wird.
Erdfälle, Moor und die Rhumequelle
Etwa 400 Meter südöstlich von Pöhlde liegt das Naturschutzgebiet „Finnenbruch, Großes Butterloch und Schwimmende Insel“. Es umfasst trichterförmige Erdfälle sowie Übergangsmoor- und Bruchwaldlebensräume. Die ungewöhnliche Verbindung aus Geländeeinsenkungen, Moor und Wald gibt der Landschaft einen eigenen Charakter und setzt einen deutlichen Kontrast zu den historischen Spuren im Ort.
Die Rhumequelle wird mit Pöhlde in Verbindung gebracht und zählt im Umfeld des Ortes zu den größten und wasserreichsten Karstquellen Europas. Ihre durchschnittliche Schüttung beträgt 2.500 Liter Wasser pro Sekunde; zeitweise erreicht sie mehr als 5.000 Liter pro Sekunde. Für Naturinteressierte ist damit neben den Erdfällen ein besonders wassergeprägtes Landschaftsthema verbunden.
Rundweg zwischen Bornberg und Wasserscheide
Ein Rundweg führt über den bewaldeten Bornberg in ein Seitental mit dem Naturschutzgebiet Großes Butterloch und weiteren teilweise versumpften Erdfällen. Anschließend steigt der Weg zum Pass an der ehemaligen Ziegelei Pöhlde an. Dieser Pass bildet die oberirdische Wasserscheide zwischen dem Südharz und dem Eichsfeld. Die Streckenfolge verbindet Wald, Erdfalllandschaften und eine markante geografische Grenze in einem zusammenhängenden Naturthema.
Karneval als Teil der Ortsgeschichte
Zur Karnevalszeit gab es in Pöhlde verschiedene Veranstaltungen; als Höhepunkt galt ein großer Festumzug am Rosenmontag. Wer sich neben Baugeschichte und Landschaft auch für regionale Festtraditionen interessiert, findet damit einen weiteren historischen Aspekt des Ortes.
Unterkunft nach Reiseinteresse einordnen
Wenn Sie eine Unterkunft in Pöhlde auswählen, können Sie Ihre Planung nach dem gewünschten Schwerpunkt ordnen. Zur kulturhistorischen Seite gehören die Pfalzkapelle, die heutige Kirche, „König Heinrichs Vogelherd“ und die Gerichtslinde. Die naturräumliche Seite wird durch das Naturschutzgebiet, die Erdfälle, den Rundweg und die mit Pöhlde verbundene Rhumequelle geprägt. So lässt sich die Wahl Ihres Aufenthaltsortes an den Themen ausrichten, die Sie während Ihrer Reise besonders vertiefen möchten.
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