Helmstedt zwischen Universität und Grenzgeschichte
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Helmstedt verbindet eindrucksvolle Baugeschichte mit Erinnerungsorten zur deutschen Teilung. Das ehemalige Universitätsleben ist im Juleum und in Museumssammlungen präsent; am Zonengrenz-Museum steht die Geschichte der innerdeutschen Grenze im Mittelpunkt. Wenn Sie überlegen, wo Sie übernachten möchten, hilft die Frage nach Ihrem Schwerpunkt: Möchten Sie vor allem Helmstedts Architektur und Stadtgeschichte erkunden oder auch Ziele im übergeordneten Reiseziel Helmstedt einbeziehen?
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Foto: GeorgDerReisende via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Universitätsgeschichte im Juleum
Die Academia Julia wurde 1576 mit theologischer, juristischer, medizinischer und philosophischer Fakultät eröffnet. Sie war eine der ersten evangelischen Universitäten in Norddeutschland. Ihr Aula-Gebäude, das Juleum Novum, entstand von 1592 bis 1597 als palastartiger Renaissancebau. Im Erdgeschoss liegt die Aula, das Auditorium Maximum. Sie wird für Konzerte und Vorlesungen genutzt, darunter wissenschaftliche Vorträge im Rahmen der Helmstedter Universitätstage.
Auch die Sammlungen des Kreis- und Universitätsmuseums greifen die Geschichte der Stadt und der Universität auf. Zu sehen sind ein Modell Helmstedts um 1750 und Originalobjekte aus der Universitätszeit: eine astronomische Scheibe, ein Globus und Geschirr aus der Universitätsmensa. Architektur und Ausstellungsstücke setzen unterschiedliche Akzente: Das Juleum macht die einstige Universität am Bauwerk anschaulich, während das Museum Einblicke in Stadtbild und universitären Alltag gibt.
Grenzgeschichte und erhaltene Bauwerke
Das Zonengrenz-Museum Helmstedt erzählt in fünf Abschnitten die Geschichte der ehemaligen innerdeutschen Grenze – von ihren Anfängen bis zur Wiedervereinigung. Originalobjekte, Fotografien, Modelle und lebensgroße Inszenierungen vermitteln verschiedene Perspektiven auf diese Zeit. In der Abteilung „Das Gesicht der Grenze“ sind unter anderem ein originaler Steckmetallzaun, Warnschilder, Minen, Selbstschussanlagen und ein Übersichtsmodell der Sperranlagen zu sehen. Besuche und Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Voranmeldung möglich.
Ein weiteres markantes Bauwerk ist der Helmstedter Hausmannsturm. Er gilt als ältestes erhaltenes Stadttor im Braunschweiger Land und ist der einzige der ehemals vier Helmstedter Tortürme, der vollständig erhalten ist. Die begrünten, alleeartigen Wallanlagen laden zu Spaziergängen durch das Zentrum ein. Wer sich für vorgeschichtliche Denkmäler interessiert, findet im näheren Umfeld die Lübbensteine: Die Großsteingräber wurden zwischen 3.500 und 3.000 v. Chr. auf dem St. Annenberg westlich vor Helmstedt angelegt.
Termine für Turmbesteigungen und Rundgänge
Der Aufstieg auf den Juleumsturm führt über 153 Stufen und wird von April bis Oktober jeweils am ersten Samstag des Monats zwischen 11 und 12 Uhr angeboten. Am Hausmannsturm wird von April bis Oktober jeden Samstag um 12 Uhr die Woche abgeblasen. Die beiden Angebote haben also unterschiedliche Rhythmen: Beim Juleumsturm ist der erste Samstag des Monats vorgesehen, beim Hausmannsturm jeder Samstag. Prüfen Sie die genannten Zeiten vor der Anreise, wenn Sie einen Besuch danach planen.
Weitere Ziele im übergeordneten Reiseziel Helmstedt
Auch außerhalb der Stadt bieten sich kulturelle und historische Themen für die Reiseplanung an. In Königslutter gehören der Kaiserdom, der Kreuzgang und die Kaiser-Lothar-Linde auf dem früheren Klosterhof zu den viel besuchten Sehenswürdigkeiten. Im Museum mechanischer Musikinstrumente erklären Führungen die Instrumente; nahezu alle sind funktionstüchtig und vorführbereit. Im ehemaligen Kapitelsaal des Klosters St. Marienberg befindet sich eine Schatzkammer mit kostbaren mittelalterlichen Paramenten. Kostenlose öffentliche Führungen durch Kloster und Kirche finden jeden ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr statt.
In Schöningen können Sie die Schöninger Speere im Forschungsmuseum nahe ihrem Fundort besichtigen. Sie wurden dort vor etwa 300.000 Jahren zurückgelassen und 1994 gefunden; Grabungen finden bis heute statt. Der Schöninger Erlebnispfad führt über 2,5 Kilometer vom Burgplatz zum Forschungsmuseum und hat acht Stationen mit großen Informationstafeln. Eine Architektur-Führung durch Helmstedt behandelt eine 1.000-jährige Baugeschichte von der Romanik bis zum Historismus. Solche unterschiedlichen Schwerpunkte können Ihnen helfen, den Aufenthalt nach Ihren Interessen zu planen.
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