Harsum: Kirchenkunst, Dorfgeschichte und religiöse Orte

File:Friedhof in Machtsum (Harsum) IMG 5104.jpg File:Friedhof in Machtsum (Harsum) IMG 5104.jpg Foto: Losch via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Harsum verbindet Kirchenkunst, dörfliche Geschichte und religiöse Erinnerungsorte. St. Cäcilia, der seit Jahrhunderten prägende Thie-Platz und die Marienkapelle geben dem Ort markante Themen. Dazu kommen Wegekreuze, der südliche Waldrand des Harsumer Holzes und die Geschichte der Zuckerfabrik. Für einen Aufenthalt mit Kultur- und Ortsgeschichte gibt es damit mehrere konkrete Anknüpfungspunkte.

St. Cäcilia: Wiederaufbau, Orgel und Innenausmalung

Cäcilia trägt die Spuren eines Wiederaufbaus: Nachdem die Vorgängerkirche am 21. November 1883 durch einen Blitzschlag zerstört worden war, wurde St. Cäcilia ab 1884 im neuromanischen Stil wiederaufgebaut. Die historische Schaper-Orgel stammt aus dem Jahr 1890 und verfügt über 30 Register mit 1.878 Pfeifen. Ebenfalls prägend ist die kunsthistorisch bedeutende Innenausmalung im Stil des Historismus von Valentin Volk, die als besondere Kostbarkeit gilt.

Pfarrhaus und historischer Dorfkern

Die Pfarrei Harsum wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1275 erwähnt. Das Pfarrhaus in Mahnhof 4 ist ein um 1800 errichtetes Baudenkmal und Teil einer Gruppe baulicher Anlagen. Es gehört zur denkmalgeschützten Gruppe des St.-Cäcilia-Areals in Harsum. Aufgrund seines hohen Schau- und Zeugniswertes besitzt es geschichtliche Bedeutung für die Ortsgeschichte von Harsum sowie für die Bau- und Kunstgeschichte. In den Querhäusern von St. Cäcilia finden sich eigene Bilderzyklen: Der südliche ist der Gottesmutter Maria, der nördliche der Kirchenpatronin Cäcilia gewidmet.

Der Thie-Platz bildet seit Jahrhunderten das Herzstück des alten Dorfkerns von Harsum. Früher war er ein zentraler Ort des dörflichen Lebens und stand bei Festlichkeiten, Gedenkfeiern sowie den feierlichen Aufmärschen der Schützenfeste im Mittelpunkt. Für Ihre Ortserkundung bringt dieser Platz eine klar erkennbare historische Dimension mit.

Tore, Wegekreuze und Marienkapelle

Das Hexentor war eines von drei Toren der ehemaligen Harsumer Dorfbefestigung, die bis 1825 bestand. Nahe dem ehemaligen Kuhhirten-Tor steht seit 1813 das als „Spinnekreuz“ bekannte alte Wegekreuz.

Die Marienkapelle verbindet ein altes Marienbild mit religiöser Tradition. Die überlebensgroße Marienstatue an der Kapelle stammt aus dem Jahr 1726. Das vielbesuchte Marienstandbild erhielt 1857 ein „würdiges Dach“. Die Kapelle ist das einzige Denkmal im Bistum Hildesheim, das der „unbefleckten Empfängnis“ gewidmet ist. In den Sommermonaten finden bis heute regelmäßig Gottesdienste an der Marienkapelle statt.

Am südlichen Waldrand des Harsumer Holzes, unweit des Stichkanals, steht das Doppelkreuz mit zwei gleich langen Querbalken. Es wird regelmäßig erneuert und ist bis heute eine Station der Flurprozession. Damit treffen an diesem konkreten Ort ein Landschaftsbezug und eine fortbestehende religiöse Tradition aufeinander.

Ein weiterer Geschichtsabschnitt: die Zuckerfabrik

Die Zuckerfabrik Harsum steht für einen weiteren Abschnitt der Ortsgeschichte. Mit der ersten Zuckerkampagne begann ihre Geschichte 1872; nach fast 130 Jahren wurde sie 2001 geschlossen. Sie ging als kleinste Zuckerfabrik Deutschlands und Europas in die Geschichte ein. Für kulturgeschichtlich interessierte Besucher erweitert dieses Kapitel den Blick über Kirche und Dorfkern hinaus.

Bahnhof Harsum und Ortswahl

Am Bahnhof Harsum gibt es Fahrrad- und Pkw-Stellplätze. Das ist ein konkreter Anhaltspunkt, wenn Sie bei der Planung Ihres Aufenthalts zwischen Anreise mit dem Fahrrad und dem Pkw unterscheiden und dafür ein Hotel in Harsum auswählen.

Für weitere Ortsideen finden Sie außerdem Bockenem, Holle, Söhlde, Gronau (Leine), Sibbesse, Giesen, Diekholzen und Duingen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hildesheim.

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