Dollart: Watt, Wasserbau und Wege durch die Polderlandschaft
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Foto: Frank Vincentz via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Dollart zwischen Watt, Wasser und Polderlandschaft
Dollart spricht Reisende an, die ostfriesische Polderlandschaft, Wassertechnik, Radfahren und Naturbeobachtung in einem Zielraum erkunden möchten. Die Ortschaft und ihre Siedlungen eröffnen verschiedene Blickwinkel: auf das Watt, auf historische Eingriffe in die Landschaft und auf Bauwerke, deren Entstehung bis in das 18. und 19. Jahrhundert zurückreicht. So lässt sich die Umgebung je nach Interesse aktiv, naturbezogen oder kulturgeschichtlich entdecken.
Mit Rad und Paddel unterwegs
In Ditzumerverlaat, das zur Ortschaft Dollart und zur politischen Gemeinde Bunde gehört, befindet sich die Paddel- und Pedalstation. Von dieser Station aus sind beispielsweise Touren nach Ditzum mit Rückfahrt per Fahrrad möglich. Zusätzlich führt die Internationale Dollard Route durch die Deichreihensiedlung Ditzumerhammrich, die zum Ortsteil Dollart in Bunde gehört, und weiter zum Wynhamster Kolk. Damit finden Radreisende in Dollart sowohl eine Verbindung von Paddeln und Fahrrad als auch eine Route durch eine charakteristische Deichsiedlung.
Wasserbau am Wynhamster Kolk
Die Wind- und Wasserschöpfmühle Wynhamster Kolk in der Ortschaft Dollart wurde 1804 erbaut. Ihre vom Wind angetriebenen Flügel treiben über eine Zahnradkonstruktion eine Saugschnecke an, die bis zu 80 Liter Wasser pro Sekunde hochschrauben kann. Die technische Funktionsweise macht die Mühle besonders interessant für Besucher, die sich für historische Wasserwirtschaft und regionale Bauwerke interessieren. Eine Besichtigung der Mühle ist nach Absprache mit Herrn Däuber möglich.
Watt und Landschaftsgeschichte
Am Rand des Dollartwatts steht der Beobachtungsturm Kiekkaaste. Bei Niedrigwasser suchen Watvögel und Enten im Watt vor dem Beobachtungsturm im Schlick nach Nahrung. Für Naturbeobachtungen ist der Wasserstand damit ein wichtiger Bezugspunkt. Auch die Entstehungsgeschichte des Dollarts prägt den Landschaftscharakter: Der Dollart entstand im 13. oder 14. Jahrhundert durch mehrere Sturmfluten und ist heute etwa 100 Quadratkilometer groß.
Zum historischen Bild gehört außerdem der Wynhamster Kolk. Er war früher mit 72 Hektar der größte Kolk, also Teich oder See, des Rheiderlandes. Entstanden ist er 1715 durch eine Sturmflut, bei der der ehemalige Deich brach und das dahinterliegende Weideland weggerissen wurde. Der Kolk steht damit für die tiefgreifenden Veränderungen, die Sturmfluten in der Küstenlandschaft bewirken konnten.
Kirchen in der Polderlandschaft
Die reformierte Landschaftspolder Kirche in der Ortschaft Dollart wurde 1768 in der Ortsmitte von Landschaftspolder erbaut. An der Kirche in Ditzumerverlaat sitzt ein kleiner Dachreiter für die Glocken, der in Ostfriesland selten ist. Die Landschaftspolder Kirche ist das einzige Gotteshaus in den ostfriesischen Poldergebieten. Zusammen mit der seltenen Glockenkonstruktion in Ditzumerverlaat bieten die Kirchen konkrete Anknüpfungspunkte für eine kulturgeschichtliche Erkundung der Region.
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