Nesse: St. Marien, Mühle und Telegrammgeschichte

Nesse ist ein Dorf, das auf einer ungewöhnlich langgestreckten Warf errichtet wurde. Seine Geschichte lässt sich an Kirchenbau, Mühle und Museum in besonderer Dichte ablesen. Vermutlich entstand Nesse in der Zeit vom 8. bis zum 10. Jahrhundert als nichtbäuerliche Handelssiedlung. Die vermutete Entstehung als nichtbäuerliche Handelssiedlung liegt zeitlich vor der Bauzeit der St.-Marien-Kirche und der Mühle Nesse.

St. Marien und die Baugeschichte von Nesse

Die St.-Marien-Kirche ist eine romanische Kirche, die gegen Ende des 12. Jahrhunderts auf einer Langwarft aus Tuff errichtet wurde. Zusammen mit dem alten Steinhaus, dem ehemaligen Küster- und Organistenhaus sowie dem freistehenden Glockenturm bildet sie ein denkmalpflegerisches Ensemble. Der Kirchenkomplex von St. Marien in Nesse gilt als der am besten erhaltene Kirchenkomplex Ostfrieslands.

In der Kirche befindet sich eine originalgetreue Nachbildung eines reich geschmückten Sandsteintaufbeckens, das auf 1250/70 datiert ist. Das Original wird aus konservatorischen Gründen im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden aufbewahrt. Der Zugang führt durch die historische Tempelpoort, deren Stützbalken die Jahreszahl 1250 trägt. Die Nachbildung bleibt in Nesse, das Original wird in Emden aufbewahrt.

Mühle Nesse: Technik, Wandel und Museum

Die Mühle Nesse ist ein Galerieholländer aus dem frühen 19. Jahrhundert mit Windrose. Am Standort der Mühle Nesse stand im 18. Jahrhundert zuvor eine Bockwindmühle; diese Bockwindmühle wurde 1712 abgerissen und 1856 durch die heutige Holländermühle ersetzt. Die Abfolge reicht von der Bockwindmühle des 18. Jahrhunderts bis zur Holländermühle von 1856.

In der Mühle Nesse befindet sich das Funktechnische Museum Norddeich Radio e.V. Norddeich Radio wickelte nach seiner Errichtung im Jahr 1907 knapp 100 Jahre lang Telegrammverkehr mit Schiffen in aller Welt ab. Der Funkverkehr war auf Schiffe in aller Welt ausgerichtet. Der Telegrammverkehr mit Schiffen in aller Welt gibt dem Museum neben der Mühlengeschichte dabei einen eigenen historischen Bezug zur Technik.

Zum baulichen Zusammenhang der Mühle gehört außerdem das Müllerhaus, das als ostfriesischer Gulfhof errichtet wurde. Das Müllerhaus ergänzt den Standort um eine ostfriesische Bauform.

Nesse für Ihre Reiseplanung

Die Vielfalt liegt dabei nicht in einer langen Liste, sondern in der Verbindung von Dorfgestalt und einzelnen Zeugnissen. Die ungewöhnlich langgestreckte Warf prägt die Siedlungsform, während Kirche, Tempelpoort, Mühle, Müllerhaus und Museum unterschiedliche Blickwinkel auf Nesse eröffnen. So entsteht ein kultureller Schwerpunkt für die Reiseplanung, ohne dass sakrale Baukunst, Mühlengeschichte und Kommunikationsgeschichte zu einem einzigen Thema werden. Die Kirche und die Mühle stehen dabei für unterschiedliche Bauzeiten.

Weitere Orte in der Umgebung

Für Ihre weitere Planung: Dornumersiel, Middelsbur, Neßmersiel, Roggenstede, Westeraccum, Dornumergrode.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Dornum.

Unterkünfte in Nesse vergleichen

Preise, Verfügbarkeit und Ausstattung für Ihren Reisetermin direkt bei Booking.com prüfen.

Unterkünfte und Angebote ansehenAnzeige · Partnerlink zu Booking.com