Langwarden zwischen Salzwiesen und Kirchengeschichte
File:Naturerlebnispfad Langwarder Groden bei Langwarden in Butjadingen.jpg
Foto: MWNHM via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Langwarden ist ein Ort für Reisende, die eine Salzwiesenlandschaft ebenso schätzen wie Spuren einer langen Ortsgeschichte. Bekannt ist Langwarden für den Langwarder Groden, ein einzigartiges Salzwiesengebiet mit Rundwanderwegen. Zahlreiche Tiere finden dort Lebensraum; besonders zur Vogelbeobachtung eignet sich der Groden. Gleichzeitig erzählen Kirche, Friedhof und historische Gebäude von unterschiedlichen Kapiteln des Ortes. So lässt sich ein Aufenthalt zwischen Naturbeobachtung, Wegen und Kultur gestalten. Sie können dadurch unterschiedliche Interessen in die Planung eines Tages oder Aufenthalts einbeziehen.
Naturraum und Wege im Langwarder Groden
Seit der Öffnung des Sommerdeichs im Jahr 2014 kann sich die Natur im Langwarder Groden unter dem Einfluss der Gezeiten wieder natürlich entwickeln. Der Groden wurde zum „Naturwunder des Jahres 2024“ gewählt. Beim Beobachten der Landschaft gehören die Gezeiten ebenso zum Bild wie die Salzwiesen.
Durch den Langwarder Groden führt ein gut fünf Kilometer langer, barrierefreier Rundweg. Beim Begehen sollten Sie die Hochwasserzeiten im Blick behalten. Die Hochwasserzeiten gehören damit zur praktischen Orientierung für den Besuch des Grodens. Die nahegelegene Bushaltestelle für den Langwarder Groden heißt Langwarden, Ort.
Kirche, Orgel und Friedhof
Die St.-Laurentius-Kirche in Langwarden ist ein romanischer Tuffsteinbau aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Früher diente sie Seefahrern als Orientierungspunkt. Sie beherbergt eine 1650 von Hermann Kröger erbaute Orgel, die als das bedeutendste erhaltene Orgelwerk aus der Mitte des 17. Jahrhunderts an der gesamten Nordseeküste gilt. Zur Ausstattung gehört außerdem eine Münstermannkanzel aus dem Jahr 1633. Die Orgel ist bei sommerlichen Orgelkonzerten zu hören.
Rund um die St.-Laurentius-Kirche liegt der Friedhof von Langwarden. Er enthält ungewöhnliche Grabstätten, sogenannte Grabkeller. Diese dienen seit Jahrhunderten als Begräbnisstätten für Verstorbene aus Butjadinger Familien im Kirchspiel Langwarden. Der Friesenhügel in Langwarden ist der alte Friedhof des Ortes, der die frühere Kirche umgab.
Historische Spuren und die Menschenspur
Auch das Steinhaus verankert Langwarden in seiner Baugeschichte. Es wurde vermutlich um 1400 aus Eifeltuffsteinen erbaut; diese fielen als Abbruchmaterial der früheren Pfarrkirche, der „Olde Kerke“, auf dem Friesenkirchhof an. Das Steinhaus ist vermutlich das älteste erhaltene Gebäude in der Wesermarsch, abgesehen von Kirchen. Die St.-Laurentius-Kirche war außerdem als Lagerraum für Handelsgüter gedacht, weil Handelsschiffe direkt östlich hinter der Kirche an einem Priel zum offenen Meer ankerten.
Eine weitere ungewöhnliche Erfahrung bietet die „Menschenspur“ auf dem Friesenkirchhof Langwarden: Wer ihr folgt, löst eine verborgene Klanginstallation aus. Damit erhält der historische Ort eine hörbare Ebene, die sich erst durch das eigene Begehen erschließt.
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