Breddewarden zwischen Wurtengeschichte und Feuchtbiotopen

Wilhelmshaven Foto: Ingrid Lenk

Breddewarden ist eine Siedlung auf einem Geesthügel, der zu einer Wurt ausgebaut wurde. Der Geesthügel und die ausgebaute Wurt bilden den historischen Ortsbezug. Breddewarden und Utters gehören zu den Wurtendörfern, die zusammen mit mehreren Einzelhofwurten die traditionellen Siedlungsstrukturen repräsentieren.

Wurtensiedlung mit langer Geschichte

Archäologen vermuten, dass die Wurt von Breddewarden bereits in der Römischen Kaiserzeit zwischen 1 und 375 n. Chr. angelegt wurde. Die archäologische Vermutung betrifft die Anlage der Wurt; der Nachweis von 1454 betrifft dagegen die schriftliche Überlieferung. Die Datierung bleibt damit eine archäologische Vermutung. Für Kulturinteressierte steht die vermutete Anlage in der Römischen Kaiserzeit als historischer Bezug neben der ersten urkundlichen Erwähnung: Breddewarden wurde erstmals 1454 urkundlich erwähnt. Das Jahr 1454 steht für den ersten schriftlichen Nachweis, nicht für die Anlage der Wurt.

Feuchtbiotop westlich von Breddewarden

Westlich von Breddewarden liegt der Geschützte Landschaftsbestandteil „Ehemalige Sandentnahme südlich Neuer Breddewarder Weg“. Der Geschützte Landschaftsbestandteil GLB WHV 75 ist ein Feuchtbiotop mit umgebendem landwirtschaftlich genutztem Grünland. Neben den offenen Restseen gehören auch landwirtschaftlich genutztes Grünland, Röhricht, Verlandungszonen und Gehölze zum beschriebenen Landschaftsraum. Das Grünland bildet den Rahmen für die wassergeprägten Flächen. Das Feucht-Röhricht-Schutzgebiet ist durch Großseggenriede und Schilfröhrichte mit zwei Restseen, Verlandungszonen und Sukzessionsgebüschen gekennzeichnet. Die zwei Restseen stehen für offene Wasserflächen. Verlandungszonen und Sukzessionsgebüsche bilden weitere Übergangsbereiche zwischen den wassergeprägten und bewachsenen Teilen. Naturinteressierte richten den Blick damit auf Wasserflächen, Röhricht, Verlandung und Gehölze als unterschiedliche Bestandteile eines Feuchtlebensraums. Die Landschaft ist dadurch von offenen und bewachsenen Flächen zugleich geprägt.

Orientierung am Neuen Breddewarder Weg

Nördlich der Wurt liegt ein Ausgangspunkt. Von dort führt der Neue Breddewarder Weg kurz vor der Straße nach Sengwarden zu einem Geschützten Landschaftsbestandteil, der links der Straße liegt. Der Wegabschnitt beginnt nördlich der Wurt und führt zu dem links der Straße liegenden Landschaftsbestandteil. Die nördliche Lage der Wurt, der Weg und die Straße nach Sengwarden bilden den räumlichen Bezug für diesen Abschnitt. Im Geschützten Landschaftsbestandteil „Ehemalige Sandentnahme südlich Neuer Breddewarder Weg“ gilt ganzjährig eine Anleinpflicht für Hunde. Bei einem Aufenthalt mit Hund ist diese Vorgabe für den Landschaftsbestandteil zu berücksichtigen.

Der historische Fething

Eine andere Spur der Ortsgeschichte ist in Breddewarden noch heute sichtbar: ein historischer Fething. Der Fething ist ein Teich auf einer Dorfwurt, in dem Regenwasser gesammelt wurde. Früher diente er vor allem zum Tränken des Viehs und im Notfall als Löschwasser. Die frühere Nutzung des Regenwassers umfasste sowohl das Tränken des Viehs als auch die Vorsorge für einen Brandfall. Diese Funktionen gehören zur historischen Nutzung des Teichs. Der Teich lag damit im dörflichen Alltag zwischen Viehtränke und Brandschutz. Der Fething liegt neben der Hauptstraße hinter einem Tor am Rand eines kleinen Parkplatzes. Für Kulturinteressierte verbindet sich an diesem Punkt die Siedlungsform der Dorfwurt mit einem historischen Umgang mit Regenwasser.

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