Hersel zwischen Rheinaue und Ortsgeschichte
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Hersel verbindet die weite Rheinaue mit Naturbeobachtung, Radrouten und einer vielschichtigen Ortsgeschichte. Landschaftsschutz, historische Kirchen, ein ehemaliger Bauern- und Winzerhof mit Weinkellerei und Weinhandel sowie Erinnerungsorte geben dem Ort unterschiedliche Akzente für einen Aufenthalt.
Rheinaue und Herseler Werth
Die Rheinaue bei Hersel ist eine großflächige, unter Landschaftsschutz stehende Aue. Auf dem Leinpfad am Rhein sind Fußgängerinnen und Fußgänger, Joggerinnen und Jogger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs. Der Auenweg führt mitten durch die Rheinaue bei Hersel und wird ebenfalls von Fußgängerinnen und Fußgängern, Joggerinnen und Joggern sowie Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt. Der Leinpfad am Rhein und der Auenweg durch die Aue bilden dabei zwei unterschiedliche Wegbezüge im selben Landschaftsraum.
Herseler Werth ist eine unter Naturschutz stehende Rheininsel, die vollständig auf Bornheimer Gebiet liegt. Dort brüten Pirol, Nachtigall und Schwarzmilan. Rheinaue und Herseler Werth sind damit zwei geschützte Landschaftsräume mit unterschiedlichen Schutzstatus.
Radfahren zwischen Rhein und Vorgebirge
Hersel ist an die rund 40 Kilometer lange Bornheimer Nebenroute der RHEINISCHEN APFELROUTE angebunden. Die Schleife verbindet alle 14 Bornheimer Ortschaften zwischen Rhein und Vorgebirge. Die rund 40 Kilometer markieren den Umfang einer längeren Radrunde, die über Hersel hinausführt; die 14 verbundenen Ortschaften gliedern ihren Verlauf zwischen Rhein und Vorgebirge.
Gutshof, Wein und Kirchen
Der Marienhof in Hersel ist ein vierflügeliger Gutshof mit spätklassizistischem Herrenhaus aus dem Jahr 1867. Der ehemalige Bauern- und Winzerhof ist von einer großen Parkanlage mit altem Baumbestand umgeben. Die Eigentümerfamilie betreibt dort eine Weinkellerei und einen Weinhandel.
Der benachbarte Aegidiussaal ist ein barockes Kirchlein aus dem Jahr 1744. Heute wird er als Gemeindezentrum genutzt. Beim Bau der 1744 begonnenen Kirche in Hersel wurden Mauerreste eines weitläufigen Klosters der Augustiner-Chorherren gefunden. Die Pfarrkirche St. Aegidius wurde ab 1899 erbaut und 1901 konsekriert. Bei Gottesdiensten und Veranstaltungen wird sie geöffnet. Damit liegen am selben Ortsbezug ein barockes Kirchlein von 1744 und eine ab 1899 errichtete Pfarrkirche nebeneinander.
Auch die Erinnerungskultur gehört zur Ortsgeschichte. Der Jüdische Friedhof Hersel wurde Mitte des 19. Jahrhunderts, wohl zwischen 1848 und 1853, an der heutigen Elbestraße angelegt. Vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Rolef in der Germanenstraße 26 erinnern Stolpersteine an Familienmitglieder, die im Holocaust ermordet wurden. Die ehemalige Germania-Brauerei stammt aus dem Jahr 1864 und ist ein altes Wahrzeichen des Ortes. Die Elbestraße und die Germanenstraße 26 markieren dabei zwei konkrete Orte der Herseler Erinnerungskultur.
Wege und Termine in der Umgebung
Der „Herseler Herbst“ findet traditionell am dritten Sonntag im September statt.
Der Natur-Kultur-Pfad besteht aus drei Einzeltouren in Hersel, Uedorf und Widdig.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bornheim.