Kell zwischen Hochfläche, Wallfahrt und Schluchten
Hochfläche zwischen zwei Tälern
Kell liegt auf einer Hochfläche von rund 260 Metern über dem Meeresspiegel zwischen dem Brohltal und dem Pönterbachtal. Diese Lage gibt dem Ort einen klaren landschaftlichen Rahmen: Über der Umgebung der Talräume stehen Naturerlebnis und Weitblick gedanklich neben den kulturellen Spuren, die Kell und sein Umfeld prägen. Wer einen Aufenthalt plant, findet hier daher keinen rein landschaftlichen Ausflugsort, sondern einen Platz, an dem Wandern, Wallfahrt und regionale Geschichte eng aufeinander treffen.
Kirche und gelebte Wallfahrt
Ein markanter kultureller Bezugspunkt ist die katholische Pfarrkirche St. Lubentius in Kell. Sie wurde zwischen 1902 und 1905 als zweischiffige neogotische Kirche erbaut. Ihre Bauzeit und Architektur stehen für einen konkreten Abschnitt der Ortsgeschichte und ergänzen das Bild Kells um ein gut fassbares sakrales Bauwerk.
Mit St. Lubentius ist außerdem eine Wallfahrt verbunden, die bis heute am sogenannten Schmerzensfreitag stattfindet, dem Freitag vor Palmsonntag. Dieser jährlich wiederkehrende Termin verankert die religiöse Tradition nicht nur in der Geschichte, sondern auch im heutigen Jahreslauf des Ortes.
Die Geschichte von Tönisstein
Im Umfeld von Kell ist die Geschichte des St.-Antonius-Karmeliterklosters in Tönisstein eng mit dem Ort verbunden. Der Legende nach fanden 1388 Hirten aus Kell dort ein Gnadenbild in einem brennenden Dornbusch. Die einsetzenden Wallfahrten führten 1465 zur Gründung des Karmeliterklosters, das bis zur Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand. Das Gnadenbild und Teile der Klosterausstattung gelangten später in die Keller Pfarrkirche.
Die Ruine des ehemaligen Karmeliterklosters Sankt Antonius befindet sich in Bad Tönisstein, einem Wohnplatz des Andernacher Stadtteils Kell. Das ehemalige Karmeliterkloster Sankt Antonius wurde zwischen 1465 und 1495 erbaut. Damit begegnen sich im Umfeld ein historischer Klosterstandort, die überlieferte Wallfahrtsgeschichte und die Pfarrkirche in Kell, ohne dass die einzelnen Orte und ihre Funktionen gleichgesetzt werden müssen.
Höhlen, Schlucht und Wanderwege
Für aktive Tage steht der Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig im Mittelpunkt. Die etwa 12,5 Kilometer lange Rundwanderung führt um Kell und durch große begehbare Trasshöhlen. Zum Traumpfad gehört außerdem die urige Wolfsschlucht mit einem Wasserfall. Höhlen, Schlucht und Wasserfall geben der Wanderung einen deutlich anderen Charakter als eine offene Wegstrecke über die Hochfläche.
Bei der Planung ist ein wichtiger aktueller Status zu beachten: Mit Stand vom 2. Juli 2026 ist der Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig wegen der bis auf Weiteres gesperrten Wolfsschlucht aufgrund akuter Hangrutschgefahr nur teilweise begehbar. Der Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig Kell ist mit dem Parkplatz Bergwege an der K 57 in 56626 Andernach-Kell verbunden. Die konkrete Begehbarkeit des Weges und die Sperrung der Wolfsschlucht gehören damit zu den entscheidenden Punkten für die eigene Tagesplanung.
Jahreszeitlicher Anlass für Wanderfreunde
Eine weitere Verbindung von Landschaft und gemeinschaftlichem Erlebnis bietet der jährlich stattfindende Winterwandertag Kell. Er beginnt am Bürgerhaus in Kell, Pöntertalstraße 38, und führt jedes Jahr über eine andere Route durch die hügelige Landschaft zwischen Brohltal, Rhein und Laacher See. Für Reisende, die Kell zu unterschiedlichen Jahreszeiten kennenlernen möchten, ergänzt dieser feste Anlass die dauerhaft präsenten Themen Kirche, Klostergeschichte und Wanderlandschaft.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Andernach.
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