Kaltenengers am Rheinufer: Bimsgeschichte und Kultur
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Kaltenengers richtet den Blick auf unterschiedliche Seiten seiner Ortsgeschichte: Am Rheinufer laden Entspannung und der freie Blick auf Schloss Engers zu einem ruhigen Moment ein. Das Deutsche Bimsmuseum erzählt von der Geschichte der Bimsindustrie, und in der Kirche befindet sich eine steinerne Statue des heiligen Sylvester. Landschaft, Technikgeschichte und kirchliches Erbe stehen hier als verschiedene Facetten des Ortes nebeneinander.
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Foto: G. Lameck; Rhein-Museum Koblenz via Wikimedia Commons, CC BY 4.0
Rheinufer und Blick auf Schloss Engers
Am Rheinufer von Kaltenengers kann man entspannen und hat einen freien Blick auf Schloss Engers. Für die Reiseplanung ergibt sich damit ein klarer Schwerpunkt im Freien, der sich von den kulturgeschichtlichen Themen des Ortes unterscheidet. Wer Kaltenengers erkundet, kann den Uferblick als eigenständigen Teil des Ortsbildes wahrnehmen: Das Schloss ist dabei der konkrete Blickpunkt, der die Aussicht prägt.
Bimsindustrie in originaler Fabrikkulisse
Im Deutschen Bimsmuseum wird die Geschichte der Bimsindustrie in der originalen Kulisse einer ehemaligen Schwemmsteinfabrik vermittelt. Die frühere Fabrik gibt dem Thema einen anschaulichen baulichen Rahmen: Geschichte und ein Ort aus der Industriezeit treten zusammen auf. Zahlreiche Originalmaschinen sind dort zu sehen. Sie ergänzen die Vermittlung um erhaltene technische Objekte und machen die industrielle Ausrichtung des Museums greifbar, ohne dass dafür eine lange Aufzählung einzelner Produktionsschritte nötig ist. Wenn Sie sich für Industriegeschichte interessieren, bildet das Museum damit einen konkreten kulturellen Schwerpunkt in Kaltenengers.
Eine Statue mit Verbindung zur ersten Kapelle
In der Kirche von Kaltenengers befindet sich eine steinerne Statue des heiligen Sylvester. Sie stand bereits in der ersten Kapelle des Ortes, die sich in der Rheinuferstraße befand. Dieses Detail verbindet das kirchliche Erbe mit einem früheren Ort der Glaubenspraxis in Kaltenengers. Neben der Industriegeschichte erzählt die Statue damit von einer anderen historischen Spur: Nicht eine Fabrik, sondern ein überliefertes Bildwerk steht im Mittelpunkt.
Kulturthemen im übergeordneten Reiseziel Mayen-Koblenz
Im übergeordneten Reiseziel Mayen-Koblenz setzt die Genovevaburg einen eigenen historischen Akzent. Sie wurde 1280 durch den Trierer Erzbischof Heinrich von Finstingen erbaut und ist eines der Wahrzeichen von Mayen. Eine weitere Facette des regionalen Kulturerbes ist die Sayner Hütte: Sie ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur und das einzige Denkmal in Rheinland-Pfalz mit dieser Auszeichnung. Nach Restaurierungen laden dort moderne Ausstellungen und multimediale Inszenierungen zum Entdecken ein; außerdem bietet die Sayner Hütte Führungen und kreative Workshops an.
Auch die Abtei Sayn lässt sich über eine klare Chronologie einordnen: Sie wurde um 1200 gegründet, ihre Abteikirche 1202 geweiht. Die Außenmalereien der Abtei aus der Zeit um 1255 gelten als die am besten erhaltenen des Hochmittelalters in Deutschland. So stehen Gründung, Weihe und Malereien für unterschiedliche historische Bezugspunkte, die nicht auf eine einzige Epoche verkürzt werden müssen.
Mit Hein's Mühle kommt ein anderes Thema hinzu. Sie ist die einzige noch voll funktionsfähige der ehemals 20 Mühlen in Bendorf und Umgebung. Das Mühlenmuseum zeigt und erläutert die verschiedenen Arbeitsschritte des Mahlprozesses sowie die Bedeutung des Müllerhandwerks in der Region. Bei den Kirchen St. Medard wiederum ist die besondere Verbindung baulich: Die evangelische und die katholische Kirche sind unter einem Dach vereint und durch die sogenannte ökumenische Pforte miteinander verbunden.
Auch Museen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Der Lava-Dome in Mendig ist das Deutsche Vulkanmuseum. Das Geysir-Museum erklärt in fünf Ausstellungsbereichen, wie der höchste Kaltwassergeysir der Welt funktioniert. Im Neuen Museum Schloss Sayn geben Fürst Alexander und Fürstin Gabriela Besuchern einen privaten Einblick in das Leben ihrer Adelsfamilie. Zum Museum gehört außerdem ein Kinderreich, in dem Besucher historische Kostüme anprobieren können.
Eine andere Art, das übergeordnete Reiseziel Mayen-Koblenz zu entdecken, bietet der 33 Kilometer lange Vulkanpark-Radweg. Er führt von Mayen über Mendig, Kretz und Plaidt bis nach Andernach und verbindet zahlreiche Attraktionen des Vulkanparks. Die Route wird als entspannt und familienfreundlich beschrieben. Ihre Länge und der Verlauf machen sie zu einer eigenständigen regionalen Möglichkeit für alle, die ihre Reiseplanung mit einem Radweg und mehreren Stationen verbinden möchten.
Weitere Reiseziele entdecken: Lonnig, Lehmen, Rieden, Kottenheim, Einig, Weitersburg, Nachtsheim, Mayen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Mayen-Koblenz.