Mülheim-Kärlich: Obstlehrpfad, Wege und Stadtgeschichte
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Mülheim-Kärlich verbindet Wege durch Obstlandschaften mit bemerkenswerten Bauwerken und Spuren aus verschiedenen Epochen. Ein Spaziergang kann hier bei Obstbäumen und Aussichtspunkten beginnen; ebenso bieten Stadtmuseum, Kirchen und archäologische Überreste Anknüpfungspunkte für eine kulturgeschichtlich geprägte Reise.
File:Mülheim-Kärlich, Schlossplatz mit Historienstein (2022-05-03 Sp 19).JPG
Foto: Lothar Spurzem via Source, CC BY-SA 2.0 de
Obstlehrpfad und Wanderwege
Am Hang des Rübenacher Berges erstreckt sich der Obstlehrpfad über rund 12.500 Quadratmeter und zeigt mehr als 50 verschiedene Obstarten. Erläutert werden die Eigenarten von Stein- und Kernobstbäumen. Zu den Beispielen zählen Pfirsiche, seltene Apfelsorten und Holunder; die Kirschbäume prägen besonders das Bild von Mülheim-Kärlich. Wer sich für Obstvielfalt interessiert, begegnet hier konkreten Sorten und Baumarten statt nur einer allgemeinen Beschreibung der Streuobstlandschaft.
Andreas Anheier bietet in unregelmäßigen Abständen Führungen über den Obstlehrpfad an. Erkundigen Sie sich vorab nach einem möglichen Termin. Am Startpunkt Dalfter im Stadtteil Kärlich befindet sich ein Wanderparkplatz. Für weitere Spaziergänge liegt der Kärlicher Berg im Süden von Mülheim-Kärlich auf 202 Metern über NN; er eignet sich für einen ausgedehnten Spaziergang.
Panoramablicke und unterschiedliche Routen
Der Traumpfad Streuobstwiesenweg eröffnet Panoramaausblicke ins Rheintal und in die Vulkaneifel. Auch der Bereich des Kärlicher Berges ist wegen seiner archäologischen Funde bemerkenswert: Er zählt zu den bedeutendsten westeuropäischen Fundplätzen eiszeitlicher Tierreste und Artefakte des Homo erectus. Dieser soll hier vor mehr als 600.000 Jahren gelebt haben. Vor dem Bergheiligenhäuschen informieren Schautafeln über erdgeschichtliche Entwicklungen, archäologische Funde und die wirtschaftliche Nutzung des Tons.
Der MK3 Kirschblüten-Panoramaweg beginnt am Nass-Spielplatz am Hoorweiher in Mülheim. Von dort führt die Runde am Lucasweiher und an der Lucas-Mühle vorbei, folgt dem Lützelbach und verläuft über asphaltierte Wirtschaftswege durch Obst- und Holunderfelder zurück zum Ausgangspunkt. Der MK5 Kärlicher Bergweg setzt andere Akzente: Er führt von der Anhöhe durch Obstwiesen zum südlichen Ortsrand von Kärlich, auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg am Sonnenhof vorbei und durch Obstbaumanlagen westlich zurück zum Kärlicher Berg. So unterscheiden sich die beschriebenen Wege sowohl durch ihre Stationen als auch durch die Landschaft, die sie unterwegs berühren.
Der Kiesrundweg vermittelt Einblicke in die Rohstoffgewinnung zwischen Mülheim-Kärlich und Urmitz. Damit ergänzt er die Obst- und Panoramawege um ein Thema, das die Nutzung der Landschaft in den Blick nimmt.
Museum, Kirchen und Geschichte
Das Stadtmuseum Mülheim-Kärlich wurde 1985 gegründet und ist seit 2003 gemeinsam mit einem Café in der ehemaligen Feuerwache untergebracht. Zu sehen sind eine vollständig eingerichtete Schulklasse und eine Schusterwerkstatt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die beiden Ausstattungen geben Einblicke in unterschiedliche Bereiche des damaligen Alltags und Handwerks.
Auch die ältere Geschichte ist an mehreren Orten präsent. Kurfürst Johann II. von Baden ließ um 1480 ein Jagdschloss errichten; im Jahr 1635 wurde es im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Maria Himmelfahrt in Mülheim ist eine dreischiffige neugotische Hallenkirche mit einem 60 Meter hohen Turm. Das Bauwerk besteht aus vulkanischen Krotzen, die mit Tuffplatten verkleidet sind. Die Geschichte von St. Mauritius in Kärlich reicht am heutigen Standort weit zurück; die Kirche befand sich durchgehend dort.
Im südlichen Stadtgebiet liegen die restaurierten Mauerreste einer römischen Villa rustica. Entdeckt wurde die Anlage 1983 beim Bimsabbau. Die Reste sind bis zu 80 Zentimeter hoch und messen 70 mal 35 Meter. Das Landgut war im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. bewirtschaftet. An der Fundstelle ist außerdem eine antike Fußboden- und Wandheizung aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. zu besichtigen. Maße, Mauerreste und Heiztechnik eröffnen dabei unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des römischen Landguts.
Radwege und Reiseplanung
Für Mülheim-Kärlich stehen 51 Kilometer Radwege zur Verfügung, darunter der Rhein-Radweg. Die Stadt liegt nördlich von Koblenz und in unmittelbarer Nähe zum Rhein-Radweg. Wenn Sie eine konkrete Radtour planen, prüfen Sie vorab den Routenverlauf. So lassen sich die hier beschriebenen Wege, Aussichtspunkte und Kulturorte passend zu Ihren Reiseinteressen einordnen.
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