Weimar Weimar, die Stadt der Dichter und Denker, zehrt bis heute von dem Ruf, den Goethe und Schiller hinterlassen haben.
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Städtereise Weimar

Die Stadt der Literatur, der Musik und der Natur, einst war sie sogar Landeshauptstadt von Thüringen und bis 1999 sogar Kulturhauptstadt, Weimar. Weimar ist heute die viergrößte Stadt in Thüringen und selbstverständlich kann man die Städterreise Weimar auch mit einer kulinarischen Reise zu Thüringer Rostbratwurst und Thüringer Klößen verbinden.

Eine Städtereise nach Weimar führt zu Spuren, die Goethe, Schiller, Liszt, die Weimarer Republik, die Herzogin Anna Amalia und viele andere Gelehrte, Literaten und Künstler hinterlassen haben. Entsprechend gestalten sich die Stadtführungen.

Sehenswürdigkeiten in Weimar

Die Sehenswürdigkeiten der Stadt Weimar sind alle gut zu Fuß zu erreichen. Sie liegen auf etwa 1,2 Quadratkilometer, es ist alles sehr übersichtlich. Trotzdem sollten für den Besuch mehrere Tage eingeplant werden, denn es gibt wesentlich mehr zu betrachtet als nur Fassaden. Einblicke in verwinkelte Verstecke, den Herders Lustgarten, Museumsbesuche und Besuche von den Wohnhäusern Schiller und Goethe sind auf jeden Fall lohnenswert.

Das Fürstenhaus am Platz der Demokratie

Eine wechselvolle Vergangenheit hat das klassizistische Fürstenhaus, welches von 1771 bis 1774 erbaut wurde. Es fungierte als Sitz der Ständevertretung des Landes. 1774 brannte es ab und diente nach der Wiederherrichtung 30 Jahre lang als Wohnsitz der Herzogsfamilie Carl August. Die Freie Zeichenschule nutzte die Räume ab 1808, später residierte hier der Thüringer Landtag, seit 1951 ist es ist der Sitz der Musikhochschule.

Goethe-Nationalmuseum am Frauenplan 1

Das bekannteste Museum in Weimar ist das Goethe-Nationalmuseum nebst zugehörigem Wohnhaus sowie der sogenannte Sammlungsbau von 1915 und der Anbau an das Goethe-Nationalmuseum aus dem Jahre 1935. Im Nationalmuseum wird der gesamte Nachlass des Dichters (1749 - 1832) verwaltet. Die Sammlungen zur Bildenden Kunst umfassen etwa 26.500 Exponate und jene der Naturwissenschaften etwa 23.000 Exponate. Im Museum geht es links ins Nationalmuseum und rechts zum Wohnhaus.

Das 1709 errichtete Wohnhaus nannte Deutschlands herausragender Dichter 50 Jahre lang sein Eigen. Der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde das Haus bereits 1882. Im Christianezimmer lebte die Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Goethes. Als Empfangssalon und Musikzimmer diente das Junozimmer. Die Arbeitsräume lagen im Hinterhaus, zudem nur die Familienmitglieder und einige wenige Freunde eingelassen wurden. Die Einrichtung war eher bescheiden, Goethe liebte keine Opulenz.

Die Bibliothek mit ihren 6.000 Bänden ist ebenso wie das Arbeitszimmer noch im Originalzustand erhalten. Diese sind dem Besucher leider nicht zugänglich. In Goethes Schlafzimmer verschied der Meister in seinem Stuhl sitzend in den Mittagsstunden des 22. März 1832.

Das Rathaus Am Markt 1

Das Rathaus wurde im neugotischen Stil des 19. Jahrhunderts errichtet und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Die Einweihung fand im Jahre 1841 statt. Besonders schön ist das Glockenspiel aus Meißener Porzellan, welches vom April bis November jeweils um 10, 12, 15 und 17 Uhr und von Juni bis November auch nochmals um 18 Uhr erklingt. Mit drei Minuten Spieldauer erklingt die Melodie „Sah ein Knab ein Röslein stehn“ um 15 Uhr.

Der Markt im Zentrum

An der Westseite des Rathauses liegt der Markt, ein allzeit beliebter Treffpunkt sowohl für Einheimische als auch Touristen. Vis à Vis des Rathauses liegt das in der Mitte des 16. Jahrhunderts entstandene Cranachhaus. Das bunte Doppelhaus verfügt über zwei charakteristische Giebel und erhielt seinen Namen, weil der Schwiegersohn Lucas Cranach Senior war. Das letzte Jahr vor seinem Tod verbrachte der berühmte Maler in diesem Haus, das Atelier befand sich im dritten Stock.

Goethes Freund Karl Ludwig Knebel wohnte im Haus nebenan und erzog den Prinzen Constantin. Das Traditionshotel Elephant, in welchem schon seit jeher alle berühmten Gäste der Stadt absteigen, liegt an der Südseite des Marktes. Die beiden Restaurants Elephantenkeller und Anna Amalia besitzen gourmettechnisch einen überregionalen Ruf.

Der Blickfang des Marktplatzes von Weimar ist der allseits bekannte Neptunbrunnen. 1570 zierte den fertiggestellten Brunnen ein Löwe, doch dieser muss einer Neptunfigur mit einem Dreizack im Jahre 1774 weichen.

Das Rote Schloss am Platz der Demokratie wurde heute mit einem grauen Anstrich versehen. Das wundervolle Renaissancegebäude mit seinem bezaubernden Portal entstand wie auch das sich anschließende Gelbe Schloss als Herzoginnenwitwensitz. Außer sonntags findet hier der Obst- und Blumenmarkt statt, ein weiterer bunter Tupfer für die Residenzen.

Schillers Wohnhaus und das Schiller-Museum im Zentrum der Stadt

In einem bescheidenen Haus wohnte Friedrich Schiller von 1802 bis zu seinem Tod am 9. Mai 1805. Die Straße wurde nach seinem Tod nach ihm benannt. Schon seit 1847 ist Schillers Wohnhaus museale Gedenkstätte. Wahre Genies erschaffen nachts und ruhen am Tage. Nur so könne er ungestört schöpferisch tätig sein. Zu diesem Zwecke bezog er die drei Mansardenräume, welche anspruchslos eingerichtet waren. Im Arbeits- und Schlafzimmer standen Globus, Uhr und Schnupftabaksdose. Bei Kerzenlicht erschuf er unter anderem den „Wilhelm Tell“ und vollendetet das „Demetrius“-Drama. Die Wohn- und Gesellschaftsräume der Familie lagen eine Etage tiefer. Die einzigen Führungen pro Woche finden montags um 13 Uhr statt. Freie Besichtigungen können nach Öffnungszeiten beliebig ausgewählt werden.

Das Schillermuseum wurde in hinterem Haus als Neubau 1988 eröffnet. Hier finden Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen statt.

Das Bauhaus stammt aus Weimar

Anhand von mehr als 300 Exponaten gewährt das Bauhausmuseum tiefe Einblicke in die Entwicklung des staatlichen Bauhauses in Weimar. Eine große Zahl der teilweise bahnbrechenden Ideen des Bauhauses wurden in Weimar entwickelt. Bis heute ist das 1919 in Weimar gegründete Bauhaus der wichtigste und erfolgreichste deutsche Exportartikel, wenn es um die Kultur des 20. Jahrhunderts geht. Zu sehen sind unter anderem zahlreiche Werke von Bahaus-Schülern wie Marcel Breuer oder Alma Siedhoff-Buscher.

Ausflüge ab Weimar

Eine andere Art Weimar als Städtereise mit ihren Sehenswürdigkeiten zu erleben, liegt in den Schlössern, den Fürstenhäusern, dem Park an der Ilm und ebenso in dem Besuch der Gedenkstätte Buchenwald.

Neben Barock, Literatur, verführt Weimar den Städtereisen gerne auch in die Welt der Thermen, der angrenzenden Erholungsgebiete, lockt mit zwei kleineren Flugplätzen für Ballonfahrten und Segelflugzeugen, sowie jede Menge Radwege und einigen Golfplätzen.

Unterkunft In Weimar

In Weimar fällt die Wahl einer günstigen Unterkunft relativ leicht. Weimar besitzt neben Jugendherbergen, Ferienwohnungen auch Hotels im mittleren Segment bis hin zu First-Class-Hotels. Viele der Hotels in Weimar befinden sich bereits im historischen Altstadtkern. Andere Hotels, aber auch Ferienwohnungen, sind an das intakte Netz des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs angeschlossen, sodass man alles schnell und zügig erreichen kann.

Foto: Sabine Wiedamann

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