Bundesweiter Bahnstreik in Deutschland?

Bundesweiter Bahnstreik in Deutschland?
Bundesweiter Bahnstreik in Deutschland?
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Steht ein bundesweiter Bahnstreik in Deutschland unmittelbar bevor? Der Arbeitskampf im Bereich des Schienenverkehrs in Deutschland spitzt sich weiter zu. Die Fronten zwischen den verhandelnden Parteien scheinen verhärtet zu sein.

Am heutigen Montag wird mit großer Spannung die Veröffentlichung der Mitgliederbefragung erwartet, die durch die Lokführergewerkschaft GDL initiiert wurde. Die Gewerkschaft erwartet nach eigener Aussage eine große und somit deutliche Mehrheit für weitere Ausweitungen der Streiks, die sich dann auch nicht ausschließlich auf den Personenverkehr beschränken soll. GDL-Vorstand Claus Weselsky geht von einer 90-Prozent-Mehrheit für die Fortsetzung des Arbeitskampfs auf Deutschlands Schienen aus..

Im Fall eines Streiks sind die Leidtragenden die Reisenden, die sich ab morgen auf Verhältnisse vorbereiten müssen, die die Warnstreiks der letzten vierzehn Tage in ihren Auswirkungen auf den Personenverkehr deutlich übertreffen dürften: Den nur rund zwei bis drei Stunden dauernden Warnstreiks werden im Fall „richtiger“ Streiks längere, bundesweite Arbeitsniederlegungen nachfolgen. Und das diesmal auch im Güterverkehr, den die Gewerkschaft bei zukünftigen Streiks mit einbeziehen will.

Mit den Streiks will die GDL, in der rund 75 Prozent der 26.000 Lokführer in Deutschland organisiert sind, einheitliche Tarife durchsetzen, die sich an den Tarifverträgen der Deutschen Bahn orientieren. Ein bundesweiter Flächentarifvertrag soll eingeführt werden, so die Forderung der Gewerkschaft. Darin soll ein Entgelt festgesetzt werden, welches 105 Prozent des gültigen Entgelts der Deutschen Bahn vorsieht. Die private Konkurrenz der Deutschen Bahn zahlt aktuell partiell bis zu 30 Prozent weniger Lohn als die DB. Die aktuellen Verhandlungen wurden im Sommer begonnen und haben nun einen Stillstand erreicht, da sechs der privaten Bahnbetreiber angekündigt haben, keine Gespräche mit der GDL im Verbund zu führen.

Kritik an den Plänen der Gewerkschaft GDL zum bundesweiten Streik in Deutschland kommt vor allen Dingen aus den Reihen von Politik und Wirtschaft. Der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte sich ebenfalls kritisch gegenüber der GDL und fordert durch seinen Vorsitzenden Karl-Peter Naumann, dass in Zukunft andere Formen zum Streiks zu nutzen, damit die Hauptleidtragenden nicht die Fahrgäste seien. Martialisch sprach Naumann davon, dass die Bahnkunden „in Geiselhaft genommen“ würden.

Christian Bathen

Datum: 07.03.2011

Deine Meinung

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Kommentar (6)

BertiRules


5 von 5

(10.03.2011)

Super Artikel! Wir sollten alle zusammenhalten und die Streikenden unterstützen! Nur so kann dem Geldscheffeltum der Großkopfigen entgegengetreten werden!

Otto


2 von 5

(10.03.2011)

wir Fahrgäste tragen die Unfähigkeit der GDL zum Kompromiss auf unsere Kosten aus.

Markus


5 von 5

(10.03.2011)

Unfähigkeit der GDL zum Kompromiss? Die Privaten kriegen genau so viel Staatsgeld im ÖPNV wie die lokalen Verkehrsverbunde - und bezahlen ihre Mitarbeiter schlechter. Profite für paar ein Bonzen auf dem Rücken der Arbeiter - um welchen Kompromis gehts denn da? Gleicher Lohn für gleiche Arbeit - ist doch nicht zu viel verlangt!

Ralf


5 von 5

(11.03.2011)

Tja, Schwarz-Gelb regiert! Daher wird das Geldscheffeltum gefördert. Cést la vie!

Gepetto

(17.03.2011)

Finde Ihren Artikel super. Wie lange lassen wir uns von dieser Regierung noch verarschen?

Tschelle

(28.03.2011)

Sehr guter Artikel, der zeigt wie es wirklich ist bei den da OBEN!! Gruß

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