Rückblick: Gefährlicher EHEC-Erreger
Historischer Rückblick: Dieser Beitrag dokumentiert den Stand zum ursprünglichen Veröffentlichungszeitpunkt. Termine, Zahlen, Personen, medizinische, rechtliche, politische und wirtschaftliche Aussagen sind nicht als aktuelle Hinweise zu verstehen.
EHEC Durchfall-Erreger gebietet größte Hygienebeachtung in allen deutschen Haushalten.
Datum: 24.05.2011
EHEC Durchfall-Erreger gebiete größte Hygienebeachtung in allen deutschen Haushalten. Seit der zweiten Maiwoche 2011 löst der EHEC-Keim schwere Darminfektionen, vor allem im Norden von Deutschland aus. EHEC ist die Abkürzung für: „enterohämorragisches Eschericha Coli“ Die Zahl der mit EHEC Infizierten steigt zunehmend. Auch bis Nordrheinwestfalen scheint sich der gefährliche Erreger bereits ausgebreitet zu haben. Auch in Hessen sind 25 Verdachtsfälle gemeldet worden. Weitere Fälle gibt es in Berlin, im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern.
Wie die Behörden verlauten ließen, sollen besonders Frauen angeblich zur gefährdeten Personengruppe gehören. Es ist größte Hygiene und Vorsicht geboten. Auch raten die Behörden, möglichst kein rohes Rindfleisch zu essen.
Gemüse und Obst sollte unbedingt gründlich gewaschen werden. Ideal wäre, es zu kochen. Auch die Hände sollten regelmäßig gründlich gewaschen werden, besonders nach Rückkehr von der Arbeit oder von Einkäufen in die Wohnung. Ratsam wäre auch, zum Händewaschen desinfizierende Lotionen zu verwenden, wie es auch die Ärzte regelmäßig tun.
Die Gesundheitsbehörde in Hamburg berichtete, dass allein in der Hansestadt bisher 13 Infizierte gemeldet worden sind. Sie sind zwischen 11 und 73 Jahre alt. Schleswig-Holstein hat etwa 20 Erkrankte gemeldet. Offenbar sind schon drei Menschen an den Folgen der schweren Darminfektion gestorben.
Eine 83-Jährige Patientin starb am Samstag in Niedersachsen. Bei ihr wurde der EHEC-Erreger nachgewiesen. Aber da sie nach einer Operation gestorben war, ist nicht sicher, ob der Erreger eindeutig die Todesursache war. Auch in Bremen starb eine junge Frau in der Nacht zum Dienstag. Zwar wurde der EHEC-Keim bei ihr nicht nachgewiesen, doch sie soll für den Durchfall-Erreger eindeutige Symptome gezeigt haben. Immer noch wird fieberhaft nach der Ursache der Seuchenausbreitung geforscht. Es wird in Form eines Lebensmittels vermutet, das bei uns im Handel vertrieben wird. Doch bisher sind nur vage Spekulationen möglich.
Die Bevölkerung wird von den Behörden gebeten, sich bei Krankheitssymptomen, wie blutigem Durchfall und Bauchkrämpfen, unbedingt umgehend von einem Arzt untersuchen zu lassen. Sollte ein EHEC Erreger festgestellt werden, ist dies meldepflichtig bei den Behörden. Die Lage sei immer noch ernst, heißt es. Der EHEC-Erreger gilt nach wie vor als lebensgefährlich.
Mehr als 400 Meldungen von verdächtigen Krankheitsfällen wurden bereits registriert. Auch Montag Nacht mussten wieder einige Infizierte um ihr Leben kämpfen. Ein Erkrankter liegt schon im Koma, andere müssen künstlich beatmet werden. Der EHEC-Keim kann auch ein Nierenversagen zur Folge haben. Daher ist große Vorsicht und besondere Hygiene geboten, denn Vorsorge ist immer noch die beste Empfehlung.
Stephan Tripp
Foto: Markus Lenk