Karneval in Köln

Karneval in Köln Karneval in Köln
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Auch wenn es in den Karnevalshochburgen Mainz und Düsseldorf nicht gern gehört wird, halten es die Kölner für die Wahrheit: Der Karneval in Köln ist der bekannteste, größte und beliebteste Karneval in der Bundesrepublik Deutschland. Das belegen allein schon die Besucherzahlen: Weit über eine Million Touristen kommen zur Zeit des Straßenkarnevals nach Köln, um im bunten und ausgelassenen Treiben bei Kölsch, Alaaf und Bützchen mit den Kölnern den Karneval zu feiern.

Keine andere Karnevalsstadt in Deutschland kann auch nur annähernd diese Besucherzahlen zu Karneval aufweisen, sagt der Kölner. Karnevalsbands aus Köln wie zum Beispiel die Höhner („Viva Colonia"), sind im ganzen Bundesgebiet bekannt und haben ihren Weg bis in die Diskotheken auf Mallorca für den Rest des Jahres gefunden. Man mag sich streiten über das Niveau - nicht aber streiten kann man sich darüber, das der Kölner ein Rheinländer ist, der auch Karneval zu feiern versteht. Karneval in Köln macht hier keine Außnahme, im Gegenteil. Köln zeigt sich hier der Welt als offene und tolerante Stadt mit einer ganz eigenen Lebensart.

Der Karneval in Köln wird von den Kölnern in einem Atemzug mit dem Karneval in Rio de Janeiro und mit dem faszinierenden Karneval in der Lagunenstadt Venedig genannt. Der Kölner ist halt selbstbewußt und gerne verzeiht man ihm solche Kleinigkeiten. Sicher ist: Der Kölner Karneval ist rheinisch! Wie es sich gehört gibt es während der Session Prunksitzungen, während des Straßenkarnevals den Rosenmontagszug mit Schützenmusik und Mottowagen und Kamelle. Der in Köln ansässige WDR - Westdeutsche Rundfunk - überträgt regelmäßig die großen Prunksitzungen der Kölner Karnevals-Session im Fernsehen und hat damit auch zur großen Popularität des Karnevals und der Kölner Bands beigetragen. Obwohl Köln das ganze Jahr über ein Touristenmagnet für Besucher aus aller Welt ist, ist die Karnevalszeit die wichtigste Phase im Jahr für den Kölner Tourismus und die Hotels in Köln.

Die 5. Jahreszeit, die Session, wird in Köln am 11.11. genau um 11.11. Uhr in der Altstadt in Köln feierlich eröffnet. Bis Anfang des kommenden Jahres ruht dann der Straßenkarneval, bis er von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch mit zahlreichen Karnevalszügen (mit dem Höhepunkt am Montag mit dem Rosenmontagszug) ausgelassen gefeiert wird. Einzigartig wie so vieles ist im Kölner Karneval auch das berühmte Dreigestirn: Während in anderen Städten ein Prinzenpaar in der Karnevalszeit regiert, sind es in „Kölle“ Prinz, Bauer und Jungfrau, die das Zepter in der närrischen Zeit vom Oberbürgermeister übernehmen. Selbst die Jungfrau ist in Köln ein Mann – allerdings einer in Frauenkleidern. Nicht von ungefähr hat also auch die internationale Schwulen- und Lesbenszene den Kölner Karneval entdeckt und schunkelt einvernehmlich mit alten rheinischen Karnevalisten und Schützen, mit Nonnen, Cowboys und Piraten aus Köln-Kalk oder Köln-Mühlheim um die Wette, auch wenn diese Ibrahim oder Güldane heißen. Der Kölner Karneval ist sicher der toleranteste und freizügigste Karneval im Rheinland – und das will was heißen während der rheinischen Session, in der sowieso alles erlaubt ist, was gefällt.

Foto: Markus Lenk

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