Insel Usedom, Seebad Heringsdorf Der weiße Ostseestrand auf der Insel Usedom, hier bei Heringsdorf

Deutsche Urlaubsinseln

Gäbe es den Tourismus nicht, ginge es den deutschen Inseln schlecht: die oft kargen Erträge der Landwirtschaft und der Fischerei in unserer Zeit könnten die Bevölkerungen kaum ernähren. Aber es gibt den Tourismus – und den schon seit langem.

Die klare Seeluft entspannt die Atemwege und gilt als heilsam. Zur Sommerfrische fuhr man schon vor 100 Jahren auf die Insel – und das hat sich nicht geändert. Die deutschen Inseln boomen für den Sommerurlaub – und haben sich auf die Touristen eingestellt.

Ostfriesische Inseln

Die kleinen, überwiegend autofreien ostfriesischen Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge bieten alle individuelle Unterkünfte in Ferienhäusern oder Ferienwohnungen. Ferienhäuser auf Borkum finden sich überwiegend in den „neueren“ Wohngebieten an der Reedestraße oder der Richthofenstraße, begehrte Ferienwohnungen auf Norderney liegen direkt im Zentrum des Ortes. Insgesamt sind auf den ostfriesischen Inseln seit vielen Jahren nur wenige neue Gebäude genehmigt worden, so dass viele der frei vermietbaren Ferienimmobilien aus den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen. Da kann durchaus bei dem einen oder anderen Objekt ein Renovierungsstau entstanden sein – auf hochmoderne Ferienhausanlagen wird man aber zu Gunsten der unverbauten Inseln gerne verzichten.

Nordfriesische Inseln

Auf den deutschen Nordfriesischen Inseln findet man Ferienhäuser auf Föhr und Amrum. Die Nobelinsel Sylt, eine der begehrtesten deutschen Urlaubsdestinationen überhaupt, hat eine wirklich hohe Dichte an individuellen Ferienimmobilien. Im Vergleich zu den anderen nordfriesischen Inseln liegen die Preise allerdings deutlich höher.

Helgoland

Als einzige deutsche Hochseeinsel ist Helgoland schon etwas Besonderes. Mitten in der Nordsee gelten hier viele Steuererleichterungen – was Helgoland attraktiv für „Butterfahrten“ – Ausflugsfahrten mit dem Schiff macht. Dabei ist die Natur von Helgoland regelrecht sinnbildlich für die Landschaften in Deutschland: Eigentlich sollte die zur Seefestung ausgebaute Insel nach dem zweiten Weltkrieg gesprengt werden. Sie hielt aber der größten nichtnuklearen Sprengung stand und wurde dann sogar wiederbesiedelt. Heute ist Helgoland ein anerkanntes Nordseeheilbad mit Hotels, Kurhotels und Ferienwohnungen. Viele der Hotels auf Helgoland sind Kurhotels.

Wer Helgoland besucht, befindet sich auf der am weitesten vom Festland entfernten deutschen Insel und kann Naturschönheiten wie den Lummenfelsen samt seinen Bewohnern und den berühmten Felsen Lange Anna erleben. Die sogenannten Hummerbuden befinden sich in Bodennähe und waren einst die Wohnungen und auch Werkstätten der ansässige Fischer. Wer das James-Krüss-Museum besuchen möchte, findet dieses ebenfalls in zwei nachgestalteten Hummerbuden. Der Helgoländer Leuchtturm hat ein besonders weit sichtbares Feuer und verfügt über einen Atombunker in den beiden unteren Stockwerken. Weitere Schutzgemäuer können besichtigt werden, führen aber unter die Erde. Interessant ist sicherlich, dass man bis heute nicht die genaue Anzahl dieser Gänge kennt.

Ostsee Inseln

Fehmarn war lange Zeit die größte der (West-) Deutschen Urlaubsinseln in der Ostsee. Mit der Wiedervereinigung sind große Konkurrenten um die Urlauber aufgetaucht: Rügen und Usedom. Genau diese Ostsee-Inseln sind die „Rising Stars“ unter den Urlaubsdestinationen. Frisch sanierte Hotels und Urlaubsresorts zeigen erste Qualität zu den oft veralteten Anlagen an der Nordsee. Dazu kommen günstige Preise – viel Plus für den neuen Osten.

Viele der Orte auf den deutschen Inseln sind meist wegen des Klimas und der Luft als Kurorte anerkannt und verfügen neben den obligatorischen Kurhotels auch über weitere Kureinrichtungen. Man erkennt diese an den Ortszusätzen Seebad oder Heilbad. Kurtaxe ist überall obligatorisch.

Foto: M.Lenk