Naturparks in Deutschland

Achterland Das Achterland im Naturpark Insel Usedom

Naturparks schützen gewachsene Kulturlandschaften und machen sie zugleich für Erholung, Landwirtschaft und Umweltbildung nutzbar. Für die Reiseplanung zählt deshalb nicht eine möglichst lange Liste, sondern die passende Landschaft, erreichbare Wege und ein konkretes Besucherzentrum. Naturpark, Nationalpark und Naturschutzgebiet haben unterschiedliche Aufgaben und Regeln.

Kurzfakten zum Thema

  • Naturparks umfassen großräumige Kultur- und Naturlandschaften.
  • Sie sind nicht mit Nationalparks gleichzusetzen.
  • Wege, Besucherzentren und Verkehrsanbindung unterscheiden sich stark.
  • Schutzregeln gelten auch außerhalb besonders markierter Zonen.
  • Einzelne Wege können saisonal gesperrt sein.
  • Offizielle Naturparkstellen liefern aktuelle Karten und Hinweise.

Was ist ein Naturpark?

Naturparks Landschaften und Kulturregionen, die durch langfristiges Nutzen und Bewirtschaften entstanden sind und durch Bundes- und Landesgesetze zum Naturpark erklärt wurden. Nach der Idee "Schutz durch Nutzung" sollen diese Gebiete weiter nachhaltig bewirtschaftet werden und vor allem auch für Naherholung und nachhaltigen Tourismus erschlossen werden. Ein Naturpark ist kein Landschafts- oder Naturschutzgebiet, soll aber solche Gebiete enthalten. Im Vordergrund steht damit nicht - wie z.B bei den Nationalparks - der Schutz einer vom Menschen unbeeinträchtigten Natur, sondern ganz im Gegenteil der Schutz der Kulturlandschaft.

Naturpark vs. Nationalpark

Deutlich unterscheiden muss man Naturparks von Nationalparks in Deutschland. Während in Naturparks die Kulturlandschaft geschützt und zur Nutzung Freigegeben ist, werden Nationalparks zur Sicherung großflächiger natürlicher und naturnaher Gebiete eingerichtet - und auf Eingriffe durch Menschen weitestgehend verzeichtet. In deutschland gibt es derzeit 16 Nationalparks.

Liste der Naturparks in Deutschland

Derzeit gibt es 104 Naturparks in Deutschland (Stand 2015). Damit sind etwa 25% der Fläche der Bundesrepublik Deutschland abgedeckt.  Der größte Teil davon ist im Verband Deutscher Naturparke (VDN) organisiert.

  • Altmühltal (Bayern, 2962 km²)
  • Am Stettiner Haff (Mecklenburg-Vorpommern, 537 km²)
  • Arnsberger Wald (Nordrhein-Westfalen, 482 km²)
  • Augsburg-Westliche Wälder (Bayern, 1200 km²)
  • Aukrug (Schleswig-Holstein, 384 km²)
  • Barnim (Berlin, Brandenburg, 749 km²)
  • Bayerische Rhön (Bayern, 1245 km²)
  • Bayerischer Wald (Bayern, 2182 km²)
  • Bergisches Land (Nordrhein-Westfalen, 2115 km²)
  • Bergstraße-Odenwald (Bayern, Hessen, 3500 km²)
  • Bourtanger Moor - Bargerveen (Niedersachsen, 140 km²)
  • Dahme-Heideseen (Brandenburg, 594 km²)
  • Deutsch-Belgischer Naturpark Hohes Venn - Eifel (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, 2680 km²)
  • Diemelsee (Hessen, Nordrhein-Westfalen, 334 km²)
  • Drömling (Sachsen-Anhalt, 278 km²)
  • Dübener Heide (Sachsen, Sachsen-Anhalt, 750 km²)
  • Dümmer (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, 1123 km²)
  • Ebbegebirge (Nordrhein-Westfalen, 780 km²)
  • Eichsfeld-Hainich-Werratal (Thüringen, 870 km²)
  • Elbhöhen-Wendland (Niedersachsen, 1160 km²)
  • Elm-Lappwald (Niedersachsen, 470 km²)
  • Erzgebirge / Vogtland (Sachsen, 1495 km²)
  • Feldberger Seenlandschaft (Mecklenburg-Vorpommern, 347 km²)
  • Fichtelgebirge (Bayern, 1020 km²)
  • Fläming/Sachsen-Anhalt (Sachsen-Anhalt, 824 km²)
  • Flusslandschaft Peenetal (Mecklenburg-Vorpommern, 334 km²)
  • Frankenhöhe (Bayern, 1105 km²)
  • Frankenwald (Bayern, 1023 km²)
  • Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst (Bayern, 2346 km²)
  • Habichtswald (Hessen, 474 km²)
  • Harz Niedersachsen (Niedersachsen, 800 km²)
  • Harz/Sachsen-Anhalt (Sachsen-Anhalt , 1660 km²)
  • Haßberge (Bayern, 860 km²)
  • Hessische Rhön (Hessen, 720 km²)
  • Hessischer Spessart (Hessen, 730 km²)
  • Hirschwald (Bayern, 280 km²)
  • Hohe Mark - Westmünsterland (Nordrhein-Westfalen, 1040 km²)
  • Hoher Fläming (Brandenburg, 827 km²)
  • Hoher Vogelsberg (Hessen, 880 km²)
  • Holsteinische Schweiz (Schleswig-Holstein, 753 km²)
  • Homert (Nordrhein-Westfalen, 550 km²)
  • Hüttener Berge (Schleswig-Holstein, 219 km²)
  • Insel Usedom (Mecklenburg-Vorpommern, 632 km²)
  • Kellerwald-Edersee (Hessen, 406 km²)
  • Kyffhäuser (Thüringen, 305 km²)
  • Lahn-Dill-Bergland (Hessen, 874 km²)
  • Lauenburgische Seen (Schleswig-Holstein, 474 km²)
  • Lüneburger Heide (Niedersachsen, 1070 km²)
  • Märkische Schweiz (Brandenburg, 205 km²)
  • Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See (Mecklenburg-Vorpommern, 616 km²)
  • Mecklenburgisches Elbetal/Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe M-V (Mecklenburg-Vorpommern, 426 km²)
  • Meißner-Kaufunger Wald (Hessen, 930 km²)
  • Münden (Niedersachsen, 450 km²)
  • Nagelfluhkette (Bayern, 405 km²)
  • Nassau (Rheinland-Pfalz, 590 km²)
  • Neckartal - Odenwald (Baden-Württemberg, 1300 km²)
  • Niederlausitzer Heidelandschaft (Brandenburg, 484 km²)
  • Niederlausitzer Landrücken (Brandenburg, 586 km²)
  • Nördlicher Oberpfälzer Wald (Bayern, 1380 km²)
  • Nossentiner/Schwinzer Heide (Mecklenburg-Vorpommern, 355 km²)
  • Nuthe-Nieplitz (Brandenburg, 623 km²)
  • Obere Donau (Baden-Württemberg, 1350 km²)
  • Oberer Bayerischer Wald (Bayern, 1738 km²)
  • Oberpfälzer Wald (Bayern, 817 km²)
  • Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz, 1798 km²)
  • Rhein-Taunus (Hessen, 810 km²)
  • Rhein-Westerwald (Rheinland-Pfalz, 446 km²)
  • Rheinland (Nordrhein-Westfalen, 1045 km²)
  • Rothaargebirge (Nordrhein-Westfalen, 1355 km²)
  • Saale-Unstrut-Triasland (Sachsen-Anhalt, 1037 km²)
  • Saar-Hunsrück (Rheinland-Pfalz, Saarland, 2055 km²)
  • Schlaubetal (Brandenburg, 227 km²)
  • Schlei (Schleswig-Holstein, 500 km²)
  • Schönbuch (Baden-Württemberg, 156 km²)
  • Schwäbisch-Fränkischer Wald (Baden-Württemberg , 1270 km²)
  • Schwalm-Nette (Nordrhein-Westfalen, 435 km²)
  • Schwarzwald Mitte/Nord (Baden-Württemberg, 3750 km²)
  • Siebengebirge (Nordrhein-Westfalen, 112 km²)
  • Solling-Vogler (Niedersachsen, 555 km²)
  • Soonwald-Nahe (Rheinland-Pfalz, 736 km²)
  • Spessart (Bayern, 1710 km²)
  • Stechlin-Ruppiner Land (Brandenburg, 683 km²)
  • Steigerwald (Bayern, 1280 km²)
  • Steinhuder Meer (Niedersachsen, 310 km²)
  • Steinwald (Bayern, 246 km²)
  • Sternberger Seenland (Mecklenburg-Vorpommern, 540 km²)
  • Stromberg-Heuchelberg (Baden-Württemberg, 330 km²)
  • Südeifel (Rheinland-Pfalz, 440 km²)
  • Südharz (Thüringen, 270 km²)
  • Südheide (Niedersachsen, 500 km²)
  • Südschwarzwald (Baden-Württemberg, 3940 km²)
  • Taunus (Hessen, 1348 km²)
  • TERRA.vita (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, 1510 km²)
  • Teutoburger Wald / Eggegebirge (Nordrhein-Westfalen, 2711 km²)
  • Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale (Thüringen, 828 km²)
  • Thüringer Wald (Thüringen, 2082 km²)
  • Uckermärkische Seen (Brandenburg, 897 km²)
  • Unteres Saaletal (Sachsen-Anhalt, 408 km²)
  • Vulkaneifel (Rheinland-Pfalz, 970 km²)
  • Weserbergland (Niedersachsen, 1160 km²)
  • Westensee (Schleswig-Holstein, 250 km²)
  • Westhavelland (Brandenburg, 1315 km²)
  • Wildeshauser Geest (Niedersachsen, 1554 km²)
  • Zittauer Gebirge (Sachsen, 133 km²)

Naturpark oder Nationalpark?

Deutlich unterscheiden muss man Naturparks von Nationalparks in Deutschland. Während in Naturparks die Kulturlandschaft geschützt und zur Nutzung freigegeben ist, werden Nationalparks zur Sicherung großflächiger natürlicher und naturnaher Gebiete eingerichtet - und auf Eingriffe durch Menschen weitestgehend verzichtet. In Deutschland gibt es derzeit 16 Nationalparks.

Naturnahe Nutzung im Tourismus

Naturparks sollen touristisch genutzt werden. Naherholung aber auch viele Möglichkeiten des nachhaltigen Tourismus werden offensiv vermarktet. Die Kulturlandschaft mit ihren Möglichkeiten steht dabei im Vordergrund: Wandern, Trecking, Klettern, Bootstouren, Radwandern sind klassische Angebote in vielen Naturparks. Viele der Parks haben auch Angebote für Urlaub auf dem Bauernhof und andere Unterkünfte des sanften Tourismus.

Beispiele für Tourismus in den Naturparks in Deutschland

Viele Naturparks und ihre Landschaften sind in Deutschland schon bekannt, ohne dass man überhaupt weiß, dass diese den Titel „Naturpark“ besitzen. Teilweise sind viele Naturparks auch schon bekannte und beliebte Urlaubs und Erholungslandschaften. Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren, aber auch Klettern und Bootsausflüge stehen in vielen Naturparks im Fokus.

Naturpark Bayrischer Wald

Besonders bekannt ist der Naturpark Bayerischer Wald. Mit drei weiteren Naturparks bildet der Bayerische Wald eines der größten, zusammenhängenden Naturparkgebiete in der Bundesrepublik. Der Nördliche Oberpfälzer Wald, der Oberpfälzer Wald und der Nördliche Bayerische Wald schließen von Norden an das Naturparkgebiet des Bayerischen Waldes an. Viele Besucher bezeichnen das gesamte Gebiet schnell als Bayerischen Wald. Der Bayerische Wald ist ebenfalls der größte Naturpark in Bayern. Aber auch das Altmühltal und die Fränkische Schweiz gehören zu den beliebtesten Reisezielen unter den Naturparks.

Naturpark Südlicher Schwarzwald und Nördlicher Schwarzwald

Zur anderen Seite Deutschlands, nahe den Grenzen nach Frankreich und der Schweiz erstreckt sich der Schwarzwald. Auch hier teilen sich die Naturparke Südlicher Schwarzwald und Nördlicher Schwarzwald. Die bäuerlich besiedelte Kulturlandschaft des Schwarzwaldes bildet eine der beliebtesten Urlaubsregionen in Deutschland. In seiner Ursprünglichkeit bietet der Schwarzwald in seinen sanften, bewaldeten Höhen rund um seine höchste Erhebung, den Feldberg einen intakten Lebensraum für viele Tiere. Im Osten grenzt der Schwarzwald ebenfalls an einen der großen Naturparks in Baden Württemberg, den Naturpark Obere Donau.

Naturpark Odenwald

Zwischen Mainz und Stuttgart erstreckt sich der Naturpark Odenwald. Ebenfalls eine der größten zusammenhängenden Naturparkflächen bildet dabei der mit dem Neckartal verbundene Odenwald. Die Region ist in vielen Gedichten und Liedern besungen und besticht vor allem durch die vielen verträumten Dörfer. Aber auch als Weinregion ist der Odenwald zu empfehlen. Ihm schließt sich im Osten der Spessart und die Rhön an.

Naturpark Westerwald

Über Taunus und Hunsrück gelangt man in einen kleinen, aber dennoch äußerst beliebten Naturpark, den Westerwald. Als Freizeitregion und Naherholungsgebiet gehört der Naturpark Westerwald gerade bei Urlauber aus Deutschland zu den beliebtesten Zielen. Er ist umgeben von der Eifel und dem Bergischen Land.

Naturpark Teutoburger Wald

Weiter nördlich, zwischen Nordrhein Westfalen und Niedersachen befindet sich der Naturpark Teutoburger Wald. Der Teutoburger Wald zieht sich als Bergrücken vom nordöstlichen Sauerland über Detmold und Mitten durch Bielefeld nach Osnabrück. Besonders Wander schätzen den Herrmanns weg als Wanderroute über den Bergkamm des Teutoburger Waldes, vorbei am gleichnamigen Herrmanns Denkmal bei Detmold.

Region, Dauer und Anreise auswählen

Für einen Tagesausflug eignet sich ein Gebiet mit klarer Rundroute und erreichbarem Ausgangspunkt. Bei mehreren Tagen können unterschiedliche Landschaftsräume, Orte und Umweltbildungsangebote kombiniert werden. An Wochenenden sind Bahn und Bus eine Alternative zum Parkplatz, verkehren in ländlichen Regionen aber oft seltener.

Kosten, Familien und zugängliche Wege

Viele Wege sind kostenfrei; Besucherzentren, Führungen, Parken oder regionale Verkehrsmittel können zusätzliche Kosten verursachen. Familien wählen kurze Routen mit Pausenorten. Barrierearme Angebote werden anhand offizieller Angaben zu Untergrund, Steigung und Sanitäranlagen ausgewählt.

Häufige Fragen

Was unterscheidet Naturpark und Nationalpark?

Naturparks verbinden Schutz und nachhaltige Nutzung in Kulturlandschaften. Nationalparks lassen natürliche Prozesse stärker im Vordergrund stehen.

Welcher Naturpark passt für einen Tagesausflug?

Ein nahes Gebiet mit Besucherzentrum, klarer Rundroute und verlässlicher Anreise ist meist sinnvoller als ein weit entferntes bekanntes Ziel.

Sind Naturparks kostenlos?

Der Landschaftszugang ist häufig kostenfrei; Parken, Führungen, Museen oder besondere Angebote können kostenpflichtig sein.

Darf man überall wandern und Rad fahren?

Nein. Markierte Wege, lokale Verbote und saisonale Sperrungen sind zu beachten.

Gibt es barrierearme Naturerlebnisse?

Viele Parks weisen geeignete Wege aus. Untergrund, Steigung, Länge und zugängliche Einrichtungen werden vorab geprüft.

Foto: Karin Höll